
Nachdem der
Euro bereits gestern im Nachgang der provisorischen Rettung Irlands beeindruckend gegenüber dem US-Dollar fiel, sehen wir heute das selbe Bild, allerdings noch verschärft.
Unterdessen meint Spiegel Online:
Robuster Euro: Europas Superstar trotzt dem Krisendomino. Sven Böll zeichnet mit diesem Artikel wahrlich ein beeindruckendes Bild:
Erstens sei Irland, anders als Griechenland, eine gesunde Wirtschaft, die nur an zu viel Erfolg und mithin an einer Blase erkrankt sei. Das mag schon sein. Was das damit zu tun hat, wie lang wie viel Geld in das überhebelte, aufgeblasene irische Bankensystem gepumpt werden muss, bleibt unerklärt.
Zweitens würden alle EU-Staaten Maßnahmen ergreifen, um ihre Defizite einzudämmen, und die Erholung der Konjunktur würde ihnen dabei helfen. Spannend. Die Eingrenzung staatlicher Defizite kann nun einmal nicht ohne Einbußen bei Investitionen und Konsum erfolgen, und privater Konsum stellt den Löwenanteil der Höhe von Bruttoinlandsprodukten; Stimulus-Programme der Regierungen hatten kurzfristig ebenfalls einen gewissen Anteil. Rückkopplungen sind also garantiert.
Drittens sei das Brottoinlandsprodukt von Griechenland und Irland selbst zusammen mit Portugal zu gering, um bei einer Insolvenz dem Euro zu schaden, denn eine Insolvenz des Bundesstaates New York würde auch nicht dem US-Dollar schaden; zudem gäbe es kaum lukrative Investments auf dem Globus; und der Yuan sei keine Weltwährung. Hier gerät nun alles durcheinander. Die Insolvenz des Bundesstaates New York würde dem US-Dollar nicht schaden,
weil der US-Dollar die Leitwährung ist und rund um den Globus für Handel benötigt wird; lukrative Invesments mit tragbaren Risiken gibt es durchaus; und die Zeit der nationalen Leitwährungen ist definitiv vorbei, so dass sich überhaupt nicht die Frage stellt, ob der Yuan Leitwährung werden kann.
Weil
Spiegel Online schon gestern ärgerlich genug war, lassen wir es damit mal gut sein. Ähnlichkeiten zu
Projekten ohne Geld und Struktur sind sicherlich reiner Zufall.
Was den Kursverfall des Euro gegenüber dem US-Dollar betrift: Sieht ein bisschen aus, als wären zu viele US-Amerikaner Short gewesen.
Gute Nacht. Und: Denken Sie gut.
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