Heute scheint jemandem beim Spiegel aufgefallen zu sein, dass man übersehen hatte, dass
Portugal schon einmal sicherstellen möchte, als nächstes Eurozonen-Land unter den Schutzschirm zu dürfen.
Daraufhin wird der neue Artikel
Euro-Krise: Irland-Rettung bringt Merkel in Erklärungsnot online gestellt, in dem es heißt:
Seitdem mit Irland das zweite Land in der Eurozone um Hilfen ruft und möglicherweise auch noch bald Portugal folgt, hat die Politik ein Problem.
Dieses Zitat ist mit einem Verweis auf den Artikel
Neue Rettungsaktion: Europa beschließt Multimilliarden-Hilfe für Irland von gestern unterlegt. Damit wird suggeriert, dass auf Spiegel Online bereits gestern berichtet worden sei, Portugal könne als nächstes an der Reihe sein.
Doch nichts dergleichen trifft zu. Die einzige Erwähnung Portugals im Artikel von gestern ist diese:
Die Risikoaufschläge irischer, griechischer, portugiesischer und italienischer Staatsanleihen sind wieder gestiegen.
Eine Bewertung der finanziellen Situation der einzelnen Eurozonen-Staaten fehlt; kein Wunder, denn dann müsste ja auch Spanien genannt werden, das zuletzt enttäuschende Zahlen an Eurostat geliefert hatte.
Und auch ein weiterer Aspekt allein schon des obigen Zitats enttäuscht. Es ist keineswegs so, dass die "Politik ein Problem" hat,
"seitdem" Irland als "zweite[s] Land der Eurozone um Hilfen ruft". Vielmehr ist es so, dass bereits im Nachgang der Schaffung des Rettungsschirmes die jeweils beste Strategie der Eurozonen-Mitglieder neu zu bewerten war. Der Rettungsschirm legt nämlich nahe, rechtzeitig unter ihn zu flüchten, so lang es dort noch etwas zu verteilen gibt.
Suggestive Nutzung eines Verweises ohne sonstigen Mehrwert, dazu falsche Bewertung der Situation: Was ist nur aus den Medien geworden. Und dafür soll man dann auch noch bezahlen oder Werbung ertragen.
Denken Sie gut!
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