Schönwetterbegriffswelten
Wenn Sie einen Menschen mit volkswirtschaftlichem Ausbildungshintergrund ansprechen, ist es gut möglich, dass er Ihnen sagt, dass das Wort Inflation für Teuerung steht und durch die Quantitätsgleichung beschrieben wird: M × V = P × T, oder anders gesagt: Das Produkt aus der Geldmenge M und ihrer Umlaufgeschwindigkeit V entspricht dem Produkt des Preisniveaus P und der Anzahl von Transaktionen (Käufen, Verkäufen) T.
Wir sind der Meinung, dass Inflation die Ausweitung der Geldmenge bezeichnet und lediglich dem Begriff Teuerungsrate das Recht zugebilligt werden darf, die Geschwindigkeit von Preissteigerungen zu bezeichnen. Die Quantitätsgleichung selbst legt zwar nahe, "in normalen Zeiten" die Inflation mit der Teuerung gleichzusetzen. Aber das bedeutet nicht, dass diese Gleichsetzung in nicht mehr ganz so "normalen Zeiten" nicht wieder außer Kraft gesetzt werden muss.
Natürlich befindet sich die Inflation in guter Gesellschaft. Auch zwischen den Begriffen Kapital und Vermögen wird oft nicht sauber unterschieden.
Jenseits der Quantitätsgleichung
Was kaum jemand in Betracht zieht ist Geldentwertung ohne Teuerung. Sie ist allerorten zu beobachten. Ob nun billigeres Fleisch unzulässig untergemengt wird oder an hochpreisigen Beratungstelefonen Menschen ohne erwartungsgerechten Erfahrungshintergrund bzw. Auffassungsgabe eingesetzt werden, und ganz gleich, ob es sich juristisch gesehen um Betrug handelt oder nicht: Sie erhalten weniger für Ihr Geld, als Sie aufgrund Ihres Erfahrungsschatzes erwartet haben. Dies ist eine Form der Teuerung.
Freilich: Das DESTATIS betrachtet Änderungen an Produkteigenschaften unter dem Schlagwort der Innovation in Form hedonischer Preise. Betrug bleibt hierbei aber selbstverständlich unberücksichtigt.
Betrug
Und Betrug gibt es genug. Zu beachten dabei: Neben den oben erwähnten, geldentwertenden Handlungen und Betrügereien gibt es auch solche mit deflationären Effekten. Besonders die Schneeballsysteme sind hier zu nennen, die ausgewiesenes Vermögen schlicht vernichten.
Es ist wichtig zu verstehen, dass beiderlei Effekte erst mach einiger Zeit Auswirkungen auf Preise und Wirtschaft haben. Betrügereien müssen erst aufgedeckt werden. Über schlechte Angebote muss man informiert sein um sie zu meiden; zudem beschneiden Marktentwicklungen ganzer Branchen bisweilen die Wahlmöglichkeiten der Konsumenten. Und flasch ausgewiesene Vermögen, die für den Ruhestand gedacht waren, entfalten ihre Wirkung ebenfalls sehr spät.
Bananen
Was zurzeit im Zusammenhang mit Zypern geschieht, spottet ja jeder Beschreibung. Einer der wichtigsten Finanzminister der Eurozone, Wolfgang Schäuble, meint, er sei nicht für die (zweifelsfrei ebenso absurde wie rechtswidrige) Regelung mitverantwortlich, derzufolge von allen zyprischen Bamnkguthaben ein gewisser Prozentsatz einbehalten werden solle. Die EZB möchte das aber auch nicht vorgeschlagen haben. Es ist wohl auch schlicht vergessen worden, dass Menschen auch dann Guthaben auf ihren Konten haben, wenn sie einen kleinen Kredit in Anspruch genommen haben. Die werden dann gleich doppelt zur Kasse gebeten.
Und der deutsche Qualitätsjournalismus glänzt wieder mit Peinlichkeiten. Bei Spiegel Online tut man sich schwer, zwischen der Europäischen Union und der Eurozone oder gar der Troika zu unterscheiden, und schreibt munter, "die EU" habe die Zwangsabgabe in Zypern beschlossen. Im Handelsblatt darf Ruth Berschens (neben anderen Dingen, die uns erschauern lassen) schreiben, dass "in Zypern die EU nun vor[führt], wie man eigene gesetzliche Vorschriften ganz legal umgeht".
Es ist uns nicht erklärlich, wie jemand noch die Auffassung vertreten kann, die Krisenbewältigung in der Eurozone (und, seien wir mal nicht engstirnig, der EU) folge einem Konzept. Es sieht vielmehr danach aus, dass das Bananen-Prinzip nach seiner erfolgreichen Erprobung in der WIrtschaft konsequent in der Politik umgesetzt wird: Die politische Entscheidung reift bei den Bürgern.
Es ist nicht nur die Verletzung der Einlagensicherungs-Obergrenze, die hier zu Vertrauensverlust führt.
Vertrauen
Und damit schlagen wir den Bogen zurück dur Volkswirtschaft und ihren Lehren.
Die Quantitätsgleichung sagt nichts über Menschen.
Aber es sind Menschen, die Preise festlegen und zahlen.
Eine Hyperinflation ist ohne Vertrauensverlust nicht möglich.
Denken Sie gut.
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Montag, 18. März 2013
Geldentwertung und Geldaufwertung, Inflation und Deflation, Bananen und Hyperinflation
Donnerstag, 6. Dezember 2012
Bis zur brüderlichen Sonne, und noch viel weiter!
Was soll man noch sagen.
Da wird immer noch diskutiert, ob denn Griechenland ein Problem darstelle, und Japan und die USA (und gelegfentlich auch Großbritannien) sollten doch zuerst ihre eigenen Schulden betrachten.
Dabei sollten doch diejenigen, die das behaupten, erst einmal die unterschiedlichen Strickmuster der jeweiligen Schuldenstrukturen untersuchen, bevor sie sich zu solchen Äußerungen hinreißen lassen.
Heute war in einem Online-Videokommentar zu hören, dass zu bedenken sei, dass 600 der 730 Millionen, die an Griechenland fließen sollen, aus Zentralbank-Gewinnen stammten. Unter anderem deshalb sei jegliche Empörung unangebracht.
Ach. Wenn doch nur verstanden würde, was das bedeutet.
Einerseits begegnen wir hier der Illusion des mehrfach vorhandenen Kapitals. Ein gängiges Phänomen, aber nicht hilfreich. Die Bundesbank führt den größten Teil ihrer Gewinne in die deutsche Staatskasse zurück. Wenn sie also Geld direkt nach Griechenland transferiert, wird ihr Gewinn um genau diesen Betrag geschmälert, und er entlastet daher nicht mehr den Staatshaushalt Deutschlands.
An dieser Stelle scheint noch ein moralisches Argument Einzug zu halten. Die Zentralbank erwirtschafte diese Gewinne mit griechischen Staatsanleihen, daher sei es richtig, dass dieses Geld Griechenland zur Verfügung gestellt werde.
Das klingt im ersten Moment plausibel, ist aber heikel.
Einerseits steht hier den Gewinnen auch ein Risiko gegenüber. Es wird immerhin ein Schuldenschnitt diskutiert (und da er unausweichlich ist, wird er auch kommen, aber nicht vor der Bundestagswahl, und womöglich sogar erst in einigen Jahren). Nur weil eine Zentralbank mit einer Investition heute Gewinn erwirtschaftet, heißt das noch lang nicht, dass sie morgen damit Gewinn erwirtschaftet oder alle ihre Investitionen rantabel sind. Die Zentralbanken tätigen Investitionen momentan primär zur Stützung des Systems, koste es was es wolle. Und obgleich sie damit zugleich die Rentabilität ihrer eigenen Investitionen (durch den impliziten Beitrag zum Systemerhalt) stützen, bedeutet das noch lang nicht, dass sie diese garantieren können.
Und hier schließt sich der Kreis zum offenbar völlig unverstandenen Thema der Unabhängigkeit der Zentralbanken (und im weiteren Sinne des privaten Bankensektors) sowie der strukturellen Beschaffenheit der Verschuldungssituation.
Das Argument, mit griechischen Staatsanleihen erwirtschaftete Gewinne müssten zur Rettung Griechenlands eingesetzt werden, klingt solidarisch und wirkt moralisch unantastbar. Es ist dennoch ein Puzzleteil auf dem Weg zum Kollaps der Eurozone.
Denn wenn dieses Denken um sich greift, werden Marktmechanismen außer Kraft gesetzt, die man vielleicht anprangern mag, die das System aber momentan am Leben halten.
Es kann nicht oft genug darauf hingewiesen werden, dass die Eurozone das größte Bankensystem der Welt bildet, in dem sich jedoch zwei Drittel aller Verbindlichkeiten auf Partner innerhalb der Eurozone selbst beziehen. Rein theoretisch könnten also zwei Drittel der gesamten Verschuldung gegeneinander aufgerechnet werden.
Wenn das für Sie großartig klingt, dann wissen Sie nicht, wie unser Geldsystem funktioniert. Würde diese gegenseitige Aufrechnung von Schulden in der Eurozone durchgeführt, wäre eine gewaltige Implosion die Folge, ein deflationärer Schock von unvorstellbarem Ausmaß. Denn Geld in unserem Finanzsystem ist zum allergrößten Teil Giralgeld und also durch Verschuldung und deren Hebelung entstanden. Dieser Schock müsste durch Bereitstellung einer gigantischen Menge von Liquidität kompensiert werden. Das Problem hierbei: Der Erlass von Schulden entspricht dem Verzicht auf zukünftige Leistungen.
Sie sehen schon: Die Verschuldungssituation in der Eurozone entspricht einer Situation, in der die Eurozone von sich selbst für die Zukunft ein unrealistisches Wachstum erwartet. Halten Sie Ausschau nach der nächsten Blase? Entspannen Sie sich. Wahrscheinlich befinden Sie sich mittendrin.
Übrigens wäre diese gegenseitige Aufrechnung der Schulden natürlich nur möglich, wenn die Trennung zwischen Staatshaushalt, Zentralbanken und Bankensystem bei dieser Aufrechnung missachtet würden.
Und jetzt denken Sie von diesem Punkt aus zurück.
Genau. Mit jedem Markteingriff, mit jeder Kontrolle über den Wert oder die Handelbarkeit von Staatsanleihen, mit jedem weiteren Zusammenrücken von Staaten und Zentralbanken, mit jeder weiteren Kontrolle der Banken, mit jeder Bestrafung der Investition in Wertpapiere, mit jeder Zinssatz-Manipulation, mit jeder Etablierung von vermeintlich solidarischen aber die Marktkräfte kurzschließenden Ansätzen... wird jede dieser Trennmauern ein Stück weit überwunden.
Sind wir Zeugen einer schrittweisen Umgestaltung des Finanzsystems der Eurozone, mit der versucht werden soll, die Blase Stück für Stück inflationär zu kitten? Sind sich die Akteure bewusst, dass sie hierdurch langfristig eine ganz andere Webart für die Eurozone erschaffen? Liegt dies in ihrer Absicht oder handeln sie nur nach bestem eigenem Vermögen, um das jeweils schlimmste Symptom zu behandeln?
Auf dem Journalistenblog einer deutschen Veröffentlichung stand gestern zu lesen, die Zukunft Deutschlands liege in einer "Stärkung" (weiteren Deregulierung) des Dienstleistungssektors; hierdurch entstünden besser bezahlte Dienstleistungsjobs; dadurch würden Industriejobs an Attraktivität verlieren und Deutschland könne so seinen Handelsbilanzüberschuss schneller zurückfahren.
Da fällt sachliche Kritik schon schwer. Aber ebenso schwer fällt es, nicht zu glauben, dass es sich hier um Propaganda handelt. Zu gut fügt sich das Puzzleteil ins Gesamtbild. Weiterer Abbau der produktiven Jobs in Deutschland, mehr kreditfinanzierter Konsum und (sozusagen: endlich!) Schaffung einer deutschlandweiten Blase: Das wäre ganu das, was den heiklen Zustand der Eurozonen-Blase ein wenig in eine Richtung verschieben würde, in der sie ein bisschen länger Bestand haben könnte.
Richtet sich dieser Artikel gegen die Zahlung von 730 Millionen Euro an Griechenland?
Nein. Er richtet sich dagegen, dass behauptet wird, 600 Millionen davon kämen nicht aus der Staatskasse (das tun sie nämlich unterm Strich doch) und Gewinne mit griechsicehn Anleihen unterlägen einer besonderen Moral (das sollten sie besser nicht, wenn wir keinen Zerfall der Märkte erleben wollen).
Abgesehen davon: Wenn das alles so einfach wäre, dann könnte sich Griechenland ja durch die Schafrfung einer Finanzagentur, die auf die eigenen Anleihen spekuliert, selbst sanieren. Und die wankenden Banken ebenso.
Aber denken Sie ruhig, was Sie wollen.
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Da wird immer noch diskutiert, ob denn Griechenland ein Problem darstelle, und Japan und die USA (und gelegfentlich auch Großbritannien) sollten doch zuerst ihre eigenen Schulden betrachten.
Dabei sollten doch diejenigen, die das behaupten, erst einmal die unterschiedlichen Strickmuster der jeweiligen Schuldenstrukturen untersuchen, bevor sie sich zu solchen Äußerungen hinreißen lassen.
Heute war in einem Online-Videokommentar zu hören, dass zu bedenken sei, dass 600 der 730 Millionen, die an Griechenland fließen sollen, aus Zentralbank-Gewinnen stammten. Unter anderem deshalb sei jegliche Empörung unangebracht.
Ach. Wenn doch nur verstanden würde, was das bedeutet.
Einerseits begegnen wir hier der Illusion des mehrfach vorhandenen Kapitals. Ein gängiges Phänomen, aber nicht hilfreich. Die Bundesbank führt den größten Teil ihrer Gewinne in die deutsche Staatskasse zurück. Wenn sie also Geld direkt nach Griechenland transferiert, wird ihr Gewinn um genau diesen Betrag geschmälert, und er entlastet daher nicht mehr den Staatshaushalt Deutschlands.
An dieser Stelle scheint noch ein moralisches Argument Einzug zu halten. Die Zentralbank erwirtschafte diese Gewinne mit griechischen Staatsanleihen, daher sei es richtig, dass dieses Geld Griechenland zur Verfügung gestellt werde.
Das klingt im ersten Moment plausibel, ist aber heikel.
Einerseits steht hier den Gewinnen auch ein Risiko gegenüber. Es wird immerhin ein Schuldenschnitt diskutiert (und da er unausweichlich ist, wird er auch kommen, aber nicht vor der Bundestagswahl, und womöglich sogar erst in einigen Jahren). Nur weil eine Zentralbank mit einer Investition heute Gewinn erwirtschaftet, heißt das noch lang nicht, dass sie morgen damit Gewinn erwirtschaftet oder alle ihre Investitionen rantabel sind. Die Zentralbanken tätigen Investitionen momentan primär zur Stützung des Systems, koste es was es wolle. Und obgleich sie damit zugleich die Rentabilität ihrer eigenen Investitionen (durch den impliziten Beitrag zum Systemerhalt) stützen, bedeutet das noch lang nicht, dass sie diese garantieren können.
Und hier schließt sich der Kreis zum offenbar völlig unverstandenen Thema der Unabhängigkeit der Zentralbanken (und im weiteren Sinne des privaten Bankensektors) sowie der strukturellen Beschaffenheit der Verschuldungssituation.
Das Argument, mit griechischen Staatsanleihen erwirtschaftete Gewinne müssten zur Rettung Griechenlands eingesetzt werden, klingt solidarisch und wirkt moralisch unantastbar. Es ist dennoch ein Puzzleteil auf dem Weg zum Kollaps der Eurozone.
Denn wenn dieses Denken um sich greift, werden Marktmechanismen außer Kraft gesetzt, die man vielleicht anprangern mag, die das System aber momentan am Leben halten.
Es kann nicht oft genug darauf hingewiesen werden, dass die Eurozone das größte Bankensystem der Welt bildet, in dem sich jedoch zwei Drittel aller Verbindlichkeiten auf Partner innerhalb der Eurozone selbst beziehen. Rein theoretisch könnten also zwei Drittel der gesamten Verschuldung gegeneinander aufgerechnet werden.
Wenn das für Sie großartig klingt, dann wissen Sie nicht, wie unser Geldsystem funktioniert. Würde diese gegenseitige Aufrechnung von Schulden in der Eurozone durchgeführt, wäre eine gewaltige Implosion die Folge, ein deflationärer Schock von unvorstellbarem Ausmaß. Denn Geld in unserem Finanzsystem ist zum allergrößten Teil Giralgeld und also durch Verschuldung und deren Hebelung entstanden. Dieser Schock müsste durch Bereitstellung einer gigantischen Menge von Liquidität kompensiert werden. Das Problem hierbei: Der Erlass von Schulden entspricht dem Verzicht auf zukünftige Leistungen.
Sie sehen schon: Die Verschuldungssituation in der Eurozone entspricht einer Situation, in der die Eurozone von sich selbst für die Zukunft ein unrealistisches Wachstum erwartet. Halten Sie Ausschau nach der nächsten Blase? Entspannen Sie sich. Wahrscheinlich befinden Sie sich mittendrin.
Übrigens wäre diese gegenseitige Aufrechnung der Schulden natürlich nur möglich, wenn die Trennung zwischen Staatshaushalt, Zentralbanken und Bankensystem bei dieser Aufrechnung missachtet würden.
Und jetzt denken Sie von diesem Punkt aus zurück.
Genau. Mit jedem Markteingriff, mit jeder Kontrolle über den Wert oder die Handelbarkeit von Staatsanleihen, mit jedem weiteren Zusammenrücken von Staaten und Zentralbanken, mit jeder weiteren Kontrolle der Banken, mit jeder Bestrafung der Investition in Wertpapiere, mit jeder Zinssatz-Manipulation, mit jeder Etablierung von vermeintlich solidarischen aber die Marktkräfte kurzschließenden Ansätzen... wird jede dieser Trennmauern ein Stück weit überwunden.
Sind wir Zeugen einer schrittweisen Umgestaltung des Finanzsystems der Eurozone, mit der versucht werden soll, die Blase Stück für Stück inflationär zu kitten? Sind sich die Akteure bewusst, dass sie hierdurch langfristig eine ganz andere Webart für die Eurozone erschaffen? Liegt dies in ihrer Absicht oder handeln sie nur nach bestem eigenem Vermögen, um das jeweils schlimmste Symptom zu behandeln?
Auf dem Journalistenblog einer deutschen Veröffentlichung stand gestern zu lesen, die Zukunft Deutschlands liege in einer "Stärkung" (weiteren Deregulierung) des Dienstleistungssektors; hierdurch entstünden besser bezahlte Dienstleistungsjobs; dadurch würden Industriejobs an Attraktivität verlieren und Deutschland könne so seinen Handelsbilanzüberschuss schneller zurückfahren.
Da fällt sachliche Kritik schon schwer. Aber ebenso schwer fällt es, nicht zu glauben, dass es sich hier um Propaganda handelt. Zu gut fügt sich das Puzzleteil ins Gesamtbild. Weiterer Abbau der produktiven Jobs in Deutschland, mehr kreditfinanzierter Konsum und (sozusagen: endlich!) Schaffung einer deutschlandweiten Blase: Das wäre ganu das, was den heiklen Zustand der Eurozonen-Blase ein wenig in eine Richtung verschieben würde, in der sie ein bisschen länger Bestand haben könnte.
Richtet sich dieser Artikel gegen die Zahlung von 730 Millionen Euro an Griechenland?
Nein. Er richtet sich dagegen, dass behauptet wird, 600 Millionen davon kämen nicht aus der Staatskasse (das tun sie nämlich unterm Strich doch) und Gewinne mit griechsicehn Anleihen unterlägen einer besonderen Moral (das sollten sie besser nicht, wenn wir keinen Zerfall der Märkte erleben wollen).
Abgesehen davon: Wenn das alles so einfach wäre, dann könnte sich Griechenland ja durch die Schafrfung einer Finanzagentur, die auf die eigenen Anleihen spekuliert, selbst sanieren. Und die wankenden Banken ebenso.
Aber denken Sie ruhig, was Sie wollen.
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Mittwoch, 7. November 2012
Endlich Schluss mit dem wohlklimatisierten Herbst: Ben Shalom Bernanke ist wiedergewählt
Es ist anstrengend und ungesund, zu lang in klimatisierten Räumen zu verweilen. Dieser Herbst war ein klimatisierter Raum. Er hätte an sich heißlaufen sollen, wurde aber künstlich heruntergekühlt.
Das war ja kaum mehr auszuhalten. Erinnern Sie sich noch an den Troika-Bericht zur Lage Griechenlands? Im September wurden die Arbeiten begonnen, hieß es. An sich hätte er bei der üblichen Arbeitsgeschwindigkeit Anfang Oktober vorliegen können. Er werde für Ende Oktober erwartet, hieß es dann. In den letzten Tagen hieß es plötzlich, er werde für Anfang November erwartet. Zwischendurch ein paar Gerüchte um bereits beschlossene neue so genannte Hilfen für Griechenland. Die sollten allerdings auf ein Treuhandkonto ausgezahlt werden und nur so hoch sein wie die anstehenden Zinszahlungen. Welch ein Hohn, hier von Hilfen für Griechenland zu sprechen. Aber anscheinend ist bereits eine Gewöhnung diesbezüglich eingetreten. Und das Dementi aus Deutschland zum Thema hätte an sich dazu führen können, dass eine Diskussion aufflammt. Doch weit gefehlt: Die von der Klimaanlage gelieferte Luft enthielt wohl zu wenig Sauerstoff für eine Flamme.
Zwischenruf vom IWF, pardon, von Frau Lagarde: Die spanischen Banken würden gar nicht so viel Hilfe benötigen wie jeder befürchte. Dies sagte dieselbe Frau Lagarde, die sich bei einer Pressekonferenz der Eurogruppe am 8. Oktober angesichts einer unerwarteten Frage nicht nur leicht im Ton vergriff, sondern auch gar nicht wusste, dass ihr IWF kurz zuvor ein Papier veröffentlicht hatte, das die Treffsicherheit der Wachstumsprognosen anzweifelte.
Nun, wovon hängt der Kapitalbedarf der spanischen Banken ab? Davon, wie viele Kredite wirklich faul werden. Und dies wiederum hängt davon ab, ob Mieter ihre Miete zahlen, Urlauber einen Urlaub buchen, Kreditnehmer ihre Rate bedienen. Anders gesagt, von der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung.
Danke, Frau Lagarde, für Ihre unterhaltsame Wortmeldung.
Die Europäische Zentralbank hat ja unterdessen kundgetan, dass sie auch weiterhin massive Liquidität bereitstellen wird. Hierzu ist sie auch auf die US-Zentralbank Federal Reserve angewiesen, so ist das weltweite Finanzsystem nun einmal aufgebaut. Übrigens meldet die EZB per erstem Quartal 2012 gut 16 Billionen Euro in Vermögenswerten und gut 17 Billionen in Verbindlichkeiten. Ihre Bilanzsumme weist sie zugleich mit gut 3 Billionen Euro aus. Es gibt interessante Regeln dafür, was die EZB in ihre Bilanz aufnimmt und was nicht. Irritierend auch, dass die Verbindlichkeiten die Vermögenswerte übersteigen. Aber solche Freiheiten genießt eine Zentralbank nun einmal.
Und so hängt alles zusammen, und zwar am Termin der US-Wahl. Sicherlich wird, wie durch einen Zufall, nun der Troika-Bericht zu Griechenland auftauchen. Denn US-Präsident Obama wird, anders als sein Widersacher, Ben Shalom Bernanke erneut zum mächtigsten Mann der Welt, nämlich zum Chef der US-Zentralbank ernennen. Und letzterer wird unbegrenzt Liquidität bereitstellen. Auf die zählt die EZB ihrerseits, und das europäische Finanzsystem mit ihr. Ganz besonders, wenn etwas mit Griechenland schiefgehen sollte. Und wie bereits dargestellt, ist Europa sich bezüglich Griechenland noch nicht recht einig (und die Griechen selbst auch nicht).
Aber denken Sie ruhig, was Sie wollen.
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Das war ja kaum mehr auszuhalten. Erinnern Sie sich noch an den Troika-Bericht zur Lage Griechenlands? Im September wurden die Arbeiten begonnen, hieß es. An sich hätte er bei der üblichen Arbeitsgeschwindigkeit Anfang Oktober vorliegen können. Er werde für Ende Oktober erwartet, hieß es dann. In den letzten Tagen hieß es plötzlich, er werde für Anfang November erwartet. Zwischendurch ein paar Gerüchte um bereits beschlossene neue so genannte Hilfen für Griechenland. Die sollten allerdings auf ein Treuhandkonto ausgezahlt werden und nur so hoch sein wie die anstehenden Zinszahlungen. Welch ein Hohn, hier von Hilfen für Griechenland zu sprechen. Aber anscheinend ist bereits eine Gewöhnung diesbezüglich eingetreten. Und das Dementi aus Deutschland zum Thema hätte an sich dazu führen können, dass eine Diskussion aufflammt. Doch weit gefehlt: Die von der Klimaanlage gelieferte Luft enthielt wohl zu wenig Sauerstoff für eine Flamme.
Zwischenruf vom IWF, pardon, von Frau Lagarde: Die spanischen Banken würden gar nicht so viel Hilfe benötigen wie jeder befürchte. Dies sagte dieselbe Frau Lagarde, die sich bei einer Pressekonferenz der Eurogruppe am 8. Oktober angesichts einer unerwarteten Frage nicht nur leicht im Ton vergriff, sondern auch gar nicht wusste, dass ihr IWF kurz zuvor ein Papier veröffentlicht hatte, das die Treffsicherheit der Wachstumsprognosen anzweifelte.
Nun, wovon hängt der Kapitalbedarf der spanischen Banken ab? Davon, wie viele Kredite wirklich faul werden. Und dies wiederum hängt davon ab, ob Mieter ihre Miete zahlen, Urlauber einen Urlaub buchen, Kreditnehmer ihre Rate bedienen. Anders gesagt, von der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung.
Danke, Frau Lagarde, für Ihre unterhaltsame Wortmeldung.
Die Europäische Zentralbank hat ja unterdessen kundgetan, dass sie auch weiterhin massive Liquidität bereitstellen wird. Hierzu ist sie auch auf die US-Zentralbank Federal Reserve angewiesen, so ist das weltweite Finanzsystem nun einmal aufgebaut. Übrigens meldet die EZB per erstem Quartal 2012 gut 16 Billionen Euro in Vermögenswerten und gut 17 Billionen in Verbindlichkeiten. Ihre Bilanzsumme weist sie zugleich mit gut 3 Billionen Euro aus. Es gibt interessante Regeln dafür, was die EZB in ihre Bilanz aufnimmt und was nicht. Irritierend auch, dass die Verbindlichkeiten die Vermögenswerte übersteigen. Aber solche Freiheiten genießt eine Zentralbank nun einmal.
Und so hängt alles zusammen, und zwar am Termin der US-Wahl. Sicherlich wird, wie durch einen Zufall, nun der Troika-Bericht zu Griechenland auftauchen. Denn US-Präsident Obama wird, anders als sein Widersacher, Ben Shalom Bernanke erneut zum mächtigsten Mann der Welt, nämlich zum Chef der US-Zentralbank ernennen. Und letzterer wird unbegrenzt Liquidität bereitstellen. Auf die zählt die EZB ihrerseits, und das europäische Finanzsystem mit ihr. Ganz besonders, wenn etwas mit Griechenland schiefgehen sollte. Und wie bereits dargestellt, ist Europa sich bezüglich Griechenland noch nicht recht einig (und die Griechen selbst auch nicht).
Aber denken Sie ruhig, was Sie wollen.
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Donnerstag, 28. Juni 2012
Zwei Wahrheiten über den Euro
Für einige Zeit sah es so aus, als hätten die etablierten Medien aufgeholt, als würden sie nicht mehr so weit hinterherhinken, als könne ihr Vokabular die Ereignisse beschreiben. Inzwischen haben die Geschehnisse die Medien ein weiteres Mal überrumpelt und es ist schwer, Sachverstand und Neutralität auszumachen.
Im Grunde ist das nicht überraschend. Medien können nur mit Werbepartnern überleben und müssen die Menschen erreichen. Nüchterne Analysen sind langweilig, besonders wenn an jeder Ecke etwas Anderes zu hören ist.
denkfaul.de wird immer noch werbefrei betrieben und bleibt der Wahrheitsfindung verschrieben. Wenn wir Unsinn schreiben, dann nur, weil wir ihn versehentlich glauben. Diskutieren Sie mit uns, wenn Sie anderer Ansicht sind.
Den folgenden zwei Wahrheiten über den Euro wird hierzulande viel zu wenig Aufmerksamkeit zuteil.
Der Wechselkurs EUR/USD
Der Wechselkurs zwischen dem Euro und dem US-Dollar korreliert seit einiger Zeit mit dem Verhältnis der Bilanzsummen der für die Währungen verantwortlichen Zentralbanken. Kleinere Änderungen erfolgen aufgrund anderer Faktoren, aber die übergeordneten Trends werden ganz offenkundig hiervon bestimmt.
Was noch nicht gut verstanden ist, ist der Grund hierfür. Eine der spannenden Fragen ist, welche Mechanismen vorher den Wechselkurs bestimmt haben, und warum sie nicht mehr bestimmend sind.
Was meinen Sie?
Die Eurozone ist insolvent und illiquide
Bei Anbeginn der Krise handelte es sich noch um eine Solvenzkrise, die unglücklicherweise mit Liquidität bekämpft wurde.
In der Eurozone hat sich die Krise inzwischen zu einer Solvenz- und Liquiditätskrise ausgeweitet.
Das ist dadurch belegt, dass die europäische Zentralbank kürzlich die Kriterien für eintauschbare Sicherheiten noch einmal gesenkt hat. Dies würde sie auf keinen Fall tun, wenn es im Eurosystem noch genügend Sicherheiten von nennenswerter Qualität gäbe.
Die Ursache hierfür hatten wir bereits dargelegt. Die Eurozone stellt das größte Bankensystem der Welt, in dem sich jedoch zwei Drittel aller Verbindlichkeiten auf Partner innerhalb der Eurozone selbst beziehen. Damit sieht sie sich naturgemäß der Gefahr einer selbstbezüglichen Abwärtsspirale gegenüber.
Was sonst noch war
Die Darstellungen darüber, dass Israel wegen der möglichen atomaren Waffen Irans atomar bewaffnete U-Boote benötigt, können wir nicht nachvollziehen. Es gibt etablierte Betrachtungsmethoden, die wir bereits dargelegt hatten, und die das Gegenteil besagen: Atomar bewaffnete U-Boote, die ihre Position ändern können, ermöglichen den Aufbau der Drohkulisse eines erfolgreichen atomaren Erstschlags, während die bloße Existenz stationärer Atomraketen (über die der Iran bestenfalls verfügt) strategisch ausschließlich zur Abwehr taugt. Das ist keine Geheimwissenschaft, sondern lässt sich schon mit gesundem Menschenverstand nachvollziehen.
Zum Glück hat das peinliche Geschwätz über Euro-Rettungsmaßnahmen Chinas nachgelassen. Monatelang haben uns desinformierte Eurokraten mit den etablierten Medien als Sprachrohr damit belästigt. Gelegentlich liest man jetzt, dass die Chinesen in Europa Firmen oder andere Werte erwerben. Das ist klüger als in die ständig geänderten, teilweise immer noch nicht existierenden, unterfinanzierten und mit zu wenig Sachverstand aufgesetzten Rettungsmechanismen zu investieren, die die Eurozone sich als Kompromiss im Vorbeigehen ausdenkt.
Aber denken Sie ruhig, was Sie wollen.
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Im Grunde ist das nicht überraschend. Medien können nur mit Werbepartnern überleben und müssen die Menschen erreichen. Nüchterne Analysen sind langweilig, besonders wenn an jeder Ecke etwas Anderes zu hören ist.
denkfaul.de wird immer noch werbefrei betrieben und bleibt der Wahrheitsfindung verschrieben. Wenn wir Unsinn schreiben, dann nur, weil wir ihn versehentlich glauben. Diskutieren Sie mit uns, wenn Sie anderer Ansicht sind.
Den folgenden zwei Wahrheiten über den Euro wird hierzulande viel zu wenig Aufmerksamkeit zuteil.
Der Wechselkurs EUR/USD
Der Wechselkurs zwischen dem Euro und dem US-Dollar korreliert seit einiger Zeit mit dem Verhältnis der Bilanzsummen der für die Währungen verantwortlichen Zentralbanken. Kleinere Änderungen erfolgen aufgrund anderer Faktoren, aber die übergeordneten Trends werden ganz offenkundig hiervon bestimmt.
Was noch nicht gut verstanden ist, ist der Grund hierfür. Eine der spannenden Fragen ist, welche Mechanismen vorher den Wechselkurs bestimmt haben, und warum sie nicht mehr bestimmend sind.
Was meinen Sie?
Die Eurozone ist insolvent und illiquide
Bei Anbeginn der Krise handelte es sich noch um eine Solvenzkrise, die unglücklicherweise mit Liquidität bekämpft wurde.
In der Eurozone hat sich die Krise inzwischen zu einer Solvenz- und Liquiditätskrise ausgeweitet.
Das ist dadurch belegt, dass die europäische Zentralbank kürzlich die Kriterien für eintauschbare Sicherheiten noch einmal gesenkt hat. Dies würde sie auf keinen Fall tun, wenn es im Eurosystem noch genügend Sicherheiten von nennenswerter Qualität gäbe.
Die Ursache hierfür hatten wir bereits dargelegt. Die Eurozone stellt das größte Bankensystem der Welt, in dem sich jedoch zwei Drittel aller Verbindlichkeiten auf Partner innerhalb der Eurozone selbst beziehen. Damit sieht sie sich naturgemäß der Gefahr einer selbstbezüglichen Abwärtsspirale gegenüber.
Was sonst noch war
Die Darstellungen darüber, dass Israel wegen der möglichen atomaren Waffen Irans atomar bewaffnete U-Boote benötigt, können wir nicht nachvollziehen. Es gibt etablierte Betrachtungsmethoden, die wir bereits dargelegt hatten, und die das Gegenteil besagen: Atomar bewaffnete U-Boote, die ihre Position ändern können, ermöglichen den Aufbau der Drohkulisse eines erfolgreichen atomaren Erstschlags, während die bloße Existenz stationärer Atomraketen (über die der Iran bestenfalls verfügt) strategisch ausschließlich zur Abwehr taugt. Das ist keine Geheimwissenschaft, sondern lässt sich schon mit gesundem Menschenverstand nachvollziehen.
Zum Glück hat das peinliche Geschwätz über Euro-Rettungsmaßnahmen Chinas nachgelassen. Monatelang haben uns desinformierte Eurokraten mit den etablierten Medien als Sprachrohr damit belästigt. Gelegentlich liest man jetzt, dass die Chinesen in Europa Firmen oder andere Werte erwerben. Das ist klüger als in die ständig geänderten, teilweise immer noch nicht existierenden, unterfinanzierten und mit zu wenig Sachverstand aufgesetzten Rettungsmechanismen zu investieren, die die Eurozone sich als Kompromiss im Vorbeigehen ausdenkt.
Aber denken Sie ruhig, was Sie wollen.
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Dienstag, 14. Februar 2012
Kein Zweifel mehr: Griechenland und Deutschland verlassen die Eurozone
Inzwischen können keine Zweifel mehr bestehen:
Griechenland wird die Eurozone verlassen, da, anders als die Überschriften in den hiesigen Medien nahelegen, noch überhaupt keine bedeutsame Einigung erzielt wurde. Es ist unserer Meinung nach auch nicht absehbar, dass eine solche erzielt werden kann; bei den relevanten Details sieht es eher nach dem Gegenteil aus. Es darf auch nicht übersehen werden, dass die Zeit für die Neustrukturierung der Schulden im Zusammenhang mit dem feststehenden "Zahltag", dem 20. März, im Grunde bereits überschritten wurde.
Durch die spezielle Mischung aus Einstellung zur Eurozone, wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit und politischer Position wird Deutschland für die Zukunft erpressbar. Für angeschlagene Staaten ist es die beste Strategie, bei der Darstellung ihrer Probleme jeweils so zu untertreiben, dass ihre Hilfsbedürftigkeit nicht angezweifelt werden kann, sie jedoch bei den Sparmaßnahmen nicht wirklich zum Kern des Problems vordringen müssen. So werden die politischen Systeme nicht zu weit destabilisiert, die Machtstrukturen aufrecht erhalten und in der nächsten Runde kann leicht dargestellt werden, dass alle Auflagen erfüllt wurden und dennoch neuer Finanzierungsbedarf besteht.
Wie bereits bekannt wurde, wird im Anschluss an die Klärung des zukünftigen Umgangs mit Griechenland zunächst Portugal zusätzliche Mittel erhalten, dessen Darstellung genau in obiges Schema passt.
Mit der Etablierung des ESM werden die Rettungsmaßnahmen "einfacher" und weniger transparent. Sobald jedoch klar werden wird, dass der ESM nicht genügend Kapital von Drittinvestoren (gern genannt: China, das in Wahrheit aus guten Gründen komplett desinteressiert ist) einsammeln kann, wird ein Ansturm auf die Ressourcen des ESM einsetzen. Da sich der ESM jeglicher Aufsicht und Kontrolle entzieht, seine Dokumentenbestände als Geheimsache gelten und er seine Entscheidungen autonom trifft, bestehen kaum Chancen, die Vergabepolitik im Zusammenhang mit den Darstellungen der Nehmerstaaten zeitnah aufzuarbeiten.
Vor dem Hintergrund eines mit wachsender Geschwindigkeit ausblutenden ESM wird sich dann zeigen, wann die Politik die Notbremse ziehen wird. Mit großer Sicherheit wird auch hier zunächst nach kreativen Lösungen gesucht werden, sicherlich auch im Zusammenhang mit der EZB.
Allerdings dürfte zu dem Zeitpunkt auch den Politikern der zweiten Reihe dämmern, dass das Finanzsystem Eurozone zwar ähnlich groß sein mag wie das Finanzsystem US-Dollar, die Statik der Eurozone jedoch Mängel aufweist. Die Tatsache, dass zwei Drittel der Eurozonen-Verschuldung einen direkten Kreislauf innerhalb der Eurozone bilden, im Zusammenhang mit dem Umstand, dass auch die so genannte Rettung der Eurozone zum erheblichen Teil aus den eigenen Reihen bewältigt werden muss, lässt eine vollständig andere Struktur erkennen als diejenige der US-Geld- und Schuldenarchitektur, ganz zu schweigen von der Hybridrolle des US-Dollar als Zahlungsmittel auf den Rohstoffmärkten.
Daher wird es dazu kommen, dass eine klare Entscheidung zwischen der Schaffung eines riesigen, zum Zwecke der vermeintlichen Stabilisierung finanziell überreglementierten, Eurozonen-Systems einerseits und einem Aufbruch andererseits gefällt werden muss.
Alllein die Perspektive, dass eine Entscheidung zugunsten einer überregulierten Eurozone fallen könnte, würde zum sofortigen finanziellen Absturz der Eurozone führen, da jeder Investor mit Sachverstand und/oder eigener Interessenslage sein Geld sofort abziehen würde; zu dem Zeitpunkt dürfte auch die US-Zentralbank eine erhebliche stabilisierende Rolle in der Eurozone spielen.
Daher dürften die Marktmechanismen das Pendel klar in Richtung eines Ausstiegs Deutschlands aus der Eurozone, falls möglich wohl gemeinsam mit ein oder zwei anderen Eurozonen-Staaten, ausschlagen lassen. Käme es hart auf hart, würde Deutschland diesen Schritt (freilich erst, wenn er bereits richtig schmerzt) allein gehen; jedoch würden sich weitere Staaten wohl nach kurzer Zeit anschließen wollen.
Viel Glück. Und denken Sie, was Sie wollen.
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Griechenland wird die Eurozone verlassen, da, anders als die Überschriften in den hiesigen Medien nahelegen, noch überhaupt keine bedeutsame Einigung erzielt wurde. Es ist unserer Meinung nach auch nicht absehbar, dass eine solche erzielt werden kann; bei den relevanten Details sieht es eher nach dem Gegenteil aus. Es darf auch nicht übersehen werden, dass die Zeit für die Neustrukturierung der Schulden im Zusammenhang mit dem feststehenden "Zahltag", dem 20. März, im Grunde bereits überschritten wurde.
Durch die spezielle Mischung aus Einstellung zur Eurozone, wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit und politischer Position wird Deutschland für die Zukunft erpressbar. Für angeschlagene Staaten ist es die beste Strategie, bei der Darstellung ihrer Probleme jeweils so zu untertreiben, dass ihre Hilfsbedürftigkeit nicht angezweifelt werden kann, sie jedoch bei den Sparmaßnahmen nicht wirklich zum Kern des Problems vordringen müssen. So werden die politischen Systeme nicht zu weit destabilisiert, die Machtstrukturen aufrecht erhalten und in der nächsten Runde kann leicht dargestellt werden, dass alle Auflagen erfüllt wurden und dennoch neuer Finanzierungsbedarf besteht.
Wie bereits bekannt wurde, wird im Anschluss an die Klärung des zukünftigen Umgangs mit Griechenland zunächst Portugal zusätzliche Mittel erhalten, dessen Darstellung genau in obiges Schema passt.
Mit der Etablierung des ESM werden die Rettungsmaßnahmen "einfacher" und weniger transparent. Sobald jedoch klar werden wird, dass der ESM nicht genügend Kapital von Drittinvestoren (gern genannt: China, das in Wahrheit aus guten Gründen komplett desinteressiert ist) einsammeln kann, wird ein Ansturm auf die Ressourcen des ESM einsetzen. Da sich der ESM jeglicher Aufsicht und Kontrolle entzieht, seine Dokumentenbestände als Geheimsache gelten und er seine Entscheidungen autonom trifft, bestehen kaum Chancen, die Vergabepolitik im Zusammenhang mit den Darstellungen der Nehmerstaaten zeitnah aufzuarbeiten.
Vor dem Hintergrund eines mit wachsender Geschwindigkeit ausblutenden ESM wird sich dann zeigen, wann die Politik die Notbremse ziehen wird. Mit großer Sicherheit wird auch hier zunächst nach kreativen Lösungen gesucht werden, sicherlich auch im Zusammenhang mit der EZB.
Allerdings dürfte zu dem Zeitpunkt auch den Politikern der zweiten Reihe dämmern, dass das Finanzsystem Eurozone zwar ähnlich groß sein mag wie das Finanzsystem US-Dollar, die Statik der Eurozone jedoch Mängel aufweist. Die Tatsache, dass zwei Drittel der Eurozonen-Verschuldung einen direkten Kreislauf innerhalb der Eurozone bilden, im Zusammenhang mit dem Umstand, dass auch die so genannte Rettung der Eurozone zum erheblichen Teil aus den eigenen Reihen bewältigt werden muss, lässt eine vollständig andere Struktur erkennen als diejenige der US-Geld- und Schuldenarchitektur, ganz zu schweigen von der Hybridrolle des US-Dollar als Zahlungsmittel auf den Rohstoffmärkten.
Daher wird es dazu kommen, dass eine klare Entscheidung zwischen der Schaffung eines riesigen, zum Zwecke der vermeintlichen Stabilisierung finanziell überreglementierten, Eurozonen-Systems einerseits und einem Aufbruch andererseits gefällt werden muss.
Alllein die Perspektive, dass eine Entscheidung zugunsten einer überregulierten Eurozone fallen könnte, würde zum sofortigen finanziellen Absturz der Eurozone führen, da jeder Investor mit Sachverstand und/oder eigener Interessenslage sein Geld sofort abziehen würde; zu dem Zeitpunkt dürfte auch die US-Zentralbank eine erhebliche stabilisierende Rolle in der Eurozone spielen.
Daher dürften die Marktmechanismen das Pendel klar in Richtung eines Ausstiegs Deutschlands aus der Eurozone, falls möglich wohl gemeinsam mit ein oder zwei anderen Eurozonen-Staaten, ausschlagen lassen. Käme es hart auf hart, würde Deutschland diesen Schritt (freilich erst, wenn er bereits richtig schmerzt) allein gehen; jedoch würden sich weitere Staaten wohl nach kurzer Zeit anschließen wollen.
Viel Glück. Und denken Sie, was Sie wollen.
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