Spiegel Online befragte einen im Artikel nicht näher bezeichneten Ulrich Leuchtmann (vermutlich Devisenexperte der Commerzbank):
Die Dollar-Schwäche, so der Experte, sei möglicherweise schon bald zu Ende.
Leuchtmanns Optimismus kommt nicht von ungefähr. "Es gibt auch andere Wege, eine Staatsverschuldung in den Griff zu bekommen, als sie wegzuinflationieren", sagt er. Eine Möglichkeit dazu ist ein starkes Wirtschaftswachstum, das die Steuereinnahmen steigern und Konjunkturstützen obsolet machen würde. "Das hätte den positiven Effekt, dass auch das Verhältnis der Staatsschuld zum BIP in Grenzen gehalten würde", sagt Leuchtmann. "Das Rating der USA geriete also nicht in Gefahr."
Nach Ansicht des Experten spricht einiges dafür, dass die USA auf diesem Wege aus der Krise finden. "Am Ende einer Rezession muss eine Volkswirtschaft immer auf niedrigerem Niveau agieren und mit geringerer Produktionskapazität auskommen", sagt er. "Daraus folgt, dass auch die Reallöhne sinken müssen."
Aber kann man denn ein "starkes Wirtschaftswachstum" erzeugen?
Ja. Seit 1986 ergeben sich für die USA durch Unterschiede in der Berechnung höhere Zahlen zum Wirtschaftswachstum als für andere Nationen. Da der Anreiz für die USA sehr hoch ist, nach außen Stärke zu projizieren, wäre ein inflationiertes Schein-Wirtschaftswachstum ein attraktives Szenario.
Hierzu passt auch die Tonart von Obamas Rede zur Zukunft von General Motors als international konkurrenzfähigem Hersteller, für dessen Zukunft viele Opfer gebracht werden müssen... einschließlich niedrigerer Löhne.
Weil allerdings aktuell 70% des US-Bruttoinlandprodukts durch privaten Konsum bestritten werden kann dies keine nachhaltige Lösung sein, da sie beinhaltet, dass die realen Einkommen der General-Motors-Mitarbeiter durch die kaschierte Teuerung noch stärker fallen als die nominellen. Es müsste schon ein reales Wirtschaftswachstum geben um das Szenario von Ulrich Leuchtmann auf Dauer wahr werden zu lassen.
Woher angesichst der hoffnungslos überschuldeten US-Verbraucher und der synchronen weltweiten Rezession die Nachfrage für ein nachhaltiges US-Wirtschaftswachstum kommen soll erklärt Ulrich Leuchtmann nicht.
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