Die Berechnung des Verbraucherpreisindex erfolgt anhand eines gewichteten Warenkorbes sowie verschiedener Preisanpassungen im Zusammenhang mit angenommenen Qualitätsverbesserungen, Verhaltensänderungen und saisonalen Besonderheiten.
Diese Anpassungen vollziehen nicht alle Konsumenten nach. Die meisten dieser Anpassungen sind dennoch sinnvoll, wenn sie mit realistischer Dosierung eingesetzt werden.
Die USA verwenden beispielsweise seit 1986 hedonische Preise zur Berechnung des Preisindex. Diese Methode dient der Preisanpassung in besonders innovativen Branchen und soll Leistungssteigerungen bei Geräten angemessen erfassen. Das ist sinnvoll, sofern der Verbraucher überhaupt noch die Wahl hat. Im Bereich der Computer und Notebooks ist dies jedoch nicht immer der Fall: Geräte aus der Leistungsklasse von vor drei Jahren können nicht mehr neu erworben werden. Auch wird die Leistungssteigerung bei Computern häufig durch langsamere Betriebssysteme und Programme aufgrund neuer Funktionen wettgemacht, wobei der Anwender diese neuen Funktionen entweder nicht nutzt, nicht bewusst wahrnimmt oder schlicht als "selbstverständliche, zeitgemäße Innovation" betrachtet. Die Anwendung der hedonischen Preise bewirkt dann jedoch, dass sich im Vergleich zum Vorjahr ein erheblich niedigerer zu zahlender Preis für die selbe Leistung ergibt.
Dabei sind drei Punkte zu bedenken. Erstens: Die Zusammensetzung des Warenkorbes. Jemand der ohne Computer lebt bekommt durch die Innovation in diesem Bereich eine niedrige Teuerung gennant, erlebt aber vielleicht Preissteigerungen bei Lebensmitteln. Zweitens: Die Wahlmöglichkeit. Unterhalb einer bestimmten Leistungsklasse kann ein Verbraucher keinen (oder keinen sinnvollen) Kauf mehr tätigen. Drittens: Die Gewöhnung. In der Praxis neigten die Menschen dazu, Geräte einer bestimmten Preisklasse zu erwerben und diese Preisklasse auch beim Neukauf beizubehalten, so dass die Anwendung hedonischer Preise nicht unbedingt das reale Kaufverhalten der Mehrheit abbildet.
Die ermittelte Teuerungsrate spielt in viele andere Bereiche hinein, von der Anpassung der Renten bis hin zur Ermittlung des Bruttoinlandsproduktes (dessen reale Veränderung um die Teuerungsrate bereinigt werden muss). Die Deutsche Bundesbank sah sich im August 2000 zu einer deutlichen Stellungnahme veranlasst:
Die mit dem US-Deflator preisbereinigten EDV-Investitionen in Deutschland waren 1998 mit schätzungsweise 64 Mrd DM mehr als doppelt so hoch wie die realen Investitionen nach der amtlichen Statistik; im Jahr 1999 betrug der Abstand sogar reichlich 170%. Für die Jahre seit 1991 ergibt sich auf amerikanischer Preisbasis ein Anstieg der realen EDV-Ausrüstungen in Deutschland um jahresdurchschnittlich 27 1/2%, verglichen mit 6% nach dem traditionellen Ansatz.
Eine Anpassung der realen EDV-Ausrüstungen in Deutschland in dieser Größenordnung bedeutete rein rechnerisch einen höheren Beitrag der Ausrüstungsinvestitionen zur Expansion des Bruttoinlandsprodukts und damit auch, isoliert betrachtet, ein stärkeres Wirtschaftswachstum.
Im Mai 2004 führte das Statistische Bundesamt hedonische Methoden bei EDV-Investitionsgütern ein. Da bei der Anwendung solcher Methoden stets Ermessensspielraum bleibt ist die Vergleichbarkeit von hedonischen Preisanpassungen nicht unmittelbar gegeben.
In den USA werden für die Berechnung des Preisindex weitere Anpassungen eingesetzt. So werden Teuerungen untergewichtet wenn ein vergleichbares Produkt im Preis günstiger bleibt: Steigt der Preis von Nudeln während der von Reis gleich bleibt so wird unterstellt dass der Verbraucher häufiger Reis kauft um Geld zu sparen. Der Anteil an Nudeln im Warenkorb wird dann automatisch verringert.
Der US-amerikanische Ökonom John Williams berechnet wirtschaftliche Kenndaten der USA weiterhin nach den Methoden von 1986. Sein kostenpflichtiger Dienst shadowstats.com genießt einen hervorragenden Ruf. Wie schon aus der Schätzung der Deutschen Bundesbank oben ersichtlich wird können sich durch die Anpassungen erhebliche Unterschiede ergeben. Das folgende Diagramm vergleicht den offiziellen Preisindex mit dem, der sich nach Berechnungen von 1986 ergeben hätte.

(Die US-Zentralbank orientiert sich am offiziellen Preisindex, geht deshalb zurzeit von sinkenden Preisen aus und nimmt dies zum Anlass, mit allen Mitteln Preissteigerungen erzeugen zu wollen.)
Die Konsequenzen für das (inflationsbereinigte) Bruttoinlandsprodukt sind nicht unerbeblich, wie das folgende Diagramm aufzeigt. Hält man sich an die klassische Art der Berechnung des Preisindex so ist die US-Wirtschaft seit dem Platzen der Dotcom-Blase vor neun Jahren mit einer kurzen Pause kontinuierlich geschrumpft.

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