Die USA wollen offenbar im Juni einen Testballon für ihr Bad-Bank-Modell ohne den direkten Einsatz von Steuergeldern starten. Die US-Einlagensicherung FDIC werde in einem Pilotverkauf problembehaftete Wertpapiere anbieten und den Investoren bei der Finanzierung mit Garantien behilflich sein, sagten mit den Plänen vertraute Personen am Dienstag. Damit verschonen die Behörden die Investoren von den strengen Auflagen des Bankenrettungspaketes TARP - etwa bei den Managergehältern.
Der letzte Satz trifft zu: Auf diesem Wege werden die TARP-Regelungen für die Investoren umgangen.
Die Garantien für diesen Verkauf stammen allerdings von der US-Einlagensicherung FDIC. Freilich wird diese über Steuergelder finanziert. Insofern ist es nicht zutreffend, dass die Steuerzahler nicht haften würden.
Zudem:
Anders als Deutschland wollen die USA die toxischen Papiere in den Bilanzen der Banken nicht in eine „Bad Bank“ auslagern, sondern an private Investoren versteigern. Damit will die US-Regierung eine Kardinalfrage aller Modelle durch einen Marktprozess beantworten: Was sind die Papiere wert, für die es derzeit keinen Markt gibt?
Auch dies trifft nicht zu. Wahr ist, dass die Wertpapiere mit zusätzlicher (steuerfinanzierter) Besicherung in einen Auktionsmarkt hineingegeben werden. Selbstverständlich ist das Ergebnis dieser Auktion dann kein realistischer Marktpreis mehr, sondern ein Preis, der sich unter staatlicher Absicherung des Hauptisikos ergibt.
Weiterhin ist davon auszugehen, dass es (neben dem US-Finanzministerium, das immer auch als Bieter auftreten wird... und zwar aus gutem Grund) oft nur einen einzigen Bieter geben wird: Dasjenige Finanzinstitut, aus dessen Bilanz das "toxische Wertpapier" ursprünglich stammt. Warum das so ist und wie das Programm genau funtioniert erklärt die großartige Khan University sehr anschaulich (in englischer Sprache; 6 Videos in einer Playlist):


Kommentare