In der weltgrößten Volkswirtschaft hat sich bisher in erster Linie die Stimmung verbessert, weniger die Lage. Die US-Regierung wecke falsche Hoffnungen, wenn sie Entwarnung etwa für den Bankensektor gebe und zugleich Bilanzierunsgserleichterungen erlaube, warnt deshalb Analystin Meredith Whitney von Oppenheimer Funds. Und nach einer aktuellen Umfrage der Beratungsfirma Grant Thornton gehen 85 Prozent aller Finanzvorstände im Bankensektor davon aus, dass die US-Konjunktur bis Ende 2009 in der Rezession verharrt.
Neben dieser Warnung über die Glaubwürdigkeit des Bankensystems bietet der Artikel Anlass zum Nachdenken:
Die Rezessionsfolgen zwingen immer mehr Amerikaner auf Sparkurs. 2008 konnten sie zur gleichen Jahreszeit noch die letzten Steuergutschriften der Bush-Regierung verfrühstücken und 100 Mrd. Dollar Stimulus in die Wirtschaft pumpen. 2009 bringen allenfalls die im Vergleich zum Vorjahr gesunkenen Energiepreise etwas Entlastung. Weitere Aktionen zur Bekämpfung der Kreditkrise, aber vor allem die Verbraucher werden darüber entscheiden, wie schnell die USA aus der Rezession finden. Ihre Ausgaben machen inzwischen 72 Prozent des BIP aus, so viel wie nie zuvor.
Dass der Anteil der US-Verbraucher an der Gesamtwirtschaftsleistung in kurzer Zeit von 66% auf 72% hochgeschnellt ist obwohl immer mehr US-Verbraucher zahlungsunfähig sind und obwohl sie "auf Sparkurs" sind zeigt, in welch schlimmer Verfassung sich die US-Wirtschaft befindet.
Unsere Mission | Impressum | Rechtshinweise | Regeln


Kommentare