Die Nachrichtenagentur Bloomberg hat bereits im November 2008 die US-Zentralbank Federal Reserve auf Offenlegung von Informationen verklagt. Laut einer
Bloomberg-Meldung vom Februar ist der Anlass für die Klage, dass die US-Zentralbank ohne Zustimmung des Kongresses und offenbar außerhalb ihrer Bilanz 8 Billionen US-Dollar an Mitteln bereitgestellt hat von denen unbekannt ist, wer sie erhielt.
Bloomberg berichtet dass die Transaktionen vorrangig über die New Yorker Federal Reserve abgewickelt würden (das Federal Reserve System besteht aus zwölf koordinierten Zentralbanken). Der derzeitige Finanzminister der Obama-Administration,
Timothy Geithner, war Chef der New Yorker Federal Reserve, bevor er den Posten des Finanzministers übernahm.
Die Bloomberg-Klage wurde im Rahmen des
Freedom of Information Act eingereicht. Die US-Zentralbank schuldet der US-Administration zwar in begrenztem Maße Rechenschaft, agiert jedoch autonom. Auskünfte im Rahmen des Freedom of Information Act schuldet die Federal Reserve nur unter bestimmten Bedingungen.
(In einem derzeit sehr
populären Mitschnitt einer Ausschusssitzung befragt der
demokratische Kongressbgeordnete Alan Grayson die
Federal Reserve Inspector General Elizabeth A. Coleman nach dem Verbleib der Mittel und ihrer Tätigkeit in diesem Zusammenhang.... ohne konkrete Antwort.
Die Federal Reserve Bank behauptet von sich, keine Privatbank zu sein. Das ist insofern zutreffend als sie nicht den selben Pflichten unterworfen ist wie normale Privatbanken. Hiervon abgesehen wird das Federal Reserve System von Privatbanken gestützt: Die Federal Reserve Bank emittiert ohne Offenlegung und nach eigenem Gutdünken nicht handelbare, nicht übertragbare und nicht verpfändbare Aktien, auf die nach eigener Darstellung eine gesetzlich festgelegte Dividende von 6% gezahlt wird. Diejenigen Privatbanken, die Anteilseigner werden, sind dann "Mitgliedsbanken" (erweitern jedoch nicht das System der zwölf Federal Reserve Banken) und streichen entsprechend die Dividende ein.
Die Federal Reserve Bank wehrt sich gegen die Darstellung, die Privatbanken seien die "Eigentümer" des Federal Reserve System. Auch dies ist in einem gewissen Sinne wahr. Jedoch verdienen die privaten Anteilseigner Geld an den Geschäften der US-Zentralbank. Im Gegensatz dazu
fließen die Gewinne der Deutschen Bundesbank zurück in die Kassen des Finanzministeriums.
Die Federal Reserve weist auch die Aussage von sich, profitorientiert zu arbeiten. Das mag sicher sein; jedoch verdient die Federal Reserve durch Zinserhebung unbestritten Geld daran, Geld zu verleihen. Ob sich die 6% gesetzlich festgelegte Dividende pro Federal-Reserve-Aktie auf den Nennwert der Aktie oder auf den Profit der Bank beziehen geht aus der Selbstdarstellung der US-Zentralbank allerdings nicht hervor. Unabhängig davon gilt: Aus dem Federal Reserve System fließt Geld an Privatbanken, nicht an das Finanzamt.
Da dies offenbar nicht so sein müsste und das Vertrauen in die nicht kontrollierbaren Geschäfte der US-Zentralbank stark sinkt, hat sich in den USA eine
Initiative gegründet, deren Ziel zumindest eine Buchprüfung der Federal Reserve oder sogar ihre Abschaffung ist. Die
USA hatten in der Vergangenheit bereits erfolgreich Zentralbankensysteme abgeschafft.
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