Stresstest-Ergebnis: US-Banken brauchen 75 Milliarden Dollar zusätzliches Kapital, schreibt Spiegel Online, und die anderen deutschen Medien nennen die selbe Zahl.
Auch die meisten US-amerikanischen Medien griffen diese Zahl auf.
Der Stress-Test der US-Zentralbank Federal Reserve kommt allerdings zu dem Schluss, dass die getesteten Banken unter dem negativeren der beiden Szenarien 599 Milliarden US-Dollar verlieren werden.
Wie es unter diesen Umständen zur Einigung auf 75 Milliarden kam lässt sich anhand der öffentlich verfügbaren Informationen schlecht nachvollziehen. Eventuell ist dies der Betrag, der unter dem positiveren der beiden getesteten Szenarien nötig wäre.
Zusätzlich basieren die Ergebnisse der Tests darauf, dass die Banken den Wert toxischer Wertpapiere nach eigenem Ermessen bestimmen dürfen anstatt den aktuellen Marktwert zu berechnen. Außerdem sind einige offizielle Zahlen inzwischen bereits schlechter als sie im negativeren Testszenario angenommen werden. Das Dokument der Federal Reserve bezeichnet das negativere Szenario hingegen als "more adverse than expected", also ungünstiger als erwartet.
Unter Anderem Wirtschafts-Nobelpreisträger Paul Krugman und das Wall Street Journal sehen die Tests daher nicht als pessimistisch genug an. Der US-Hedgefondmanager George Soros hält das US-Bankensystem insgesamt für insolvent und ist von der US-Finanzpolitik nicht überzeugt.
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