Durchweg schlechte Nachrichten.
Eine Erklärung der EZB für den unverantwortlichen Schritt, den Leitzins bei 1% zu belassen, steht zwar noch aus. Aber das ändert nichts daran, dass dadurch eine umfangreiche Rezession in der Eurozone ausgemachte Sache ist.
Die EZB hat es freilich nicht gerade leicht. Für ein, zwei, vielleicht drei Mitglieder der Eurozone wäre es angemessen zu sparen und zu konsolidieren. Für eine Reihe anderer Mitglieder wäre es leichter, sich nicht kaputtsparen zu müssen. Und schließlich gibt es vermutlich einige Mitgliedsstaaten, die theoretisch die Wahl hätten.
Und all diese sollen mit einer einzigen Währung und diesem Zinsentscheid glücklich werden.
Werden sie aber nicht. Dieser falsche Zinsentscheid belastet die wirtschaftliche Entwicklung in der Eurozone und hierdurch die Verschuldung der Mitgliedsstaaten, die allesamt eine wirtschaftliche Erholung gut gebrauchen könnten. Interessanterweise wird die indirekte Unterstützung der EZB für Staatsanleihen vermittels des LTRO wohl ausgedehnt werden. Hierdurch wird das System zwar am Leben erhalten, sein Zustand im Kern jedoch verschlimmert.
Was nun Griechenland betrifft, so dämmert momentan ja erneut eine so genannte Rettung durch Einigung und Verbleib in der Eurozone am Horizont.
Wer eine solche Lösung begrüßt, müsste schon passend investiert sein. Denn nach dieser Runde wird Griechenland keineswegs gerettet sein.
Es wird nur eine Weile dauern, bis das auffällt. Insofern wird hier vielleicht darauf gewettet, dass die nächsten Problemrunden mit Griechenland über den ESF abgewickelt werden können.
Das wird aber nur dann möglich sein, wenn Griechenland seine strukturellen Probleme beseitigt. Davon ist nicht auszugehen; es werden bestenfalls einzelne Auswüchse dieser Probleme behandelt, wobei voraussichtlich massive Ungerechtigkeiten geschaffen werden.
Unter dem Strich bleibt es also dabei: Die wahren Probleme werden nicht angepackt. Unter dem Teppich, im Keller und wo sie sonst noch ihr Dasein fristen, werden sie wachsen und bald mächtiger, mitunter im neuen Gewand, zurückkehren.
Denken Sie, was Sie wollen!
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