Nachdem nun einerseits durch aus den USA exportierte Inflation, andererseits durch echte Knappheit vor Allem die Preise für Öl und Lebensmittel gestiegen sind und die Stabilität ganzer Regionen gefährdet, andererseits die Preissteigerungen insbesondere bei Lebensmitteln hierzulande erst noch bevorstehen, wollen Politiker allenthalben die Symptome ebenso wie vermeintliche Ursachen bekämpfen. Wie immer wird die Bekämpfung von Symptomen, beispielsweise durch vorgeschriebene Höchstpreise, lediglich dazu führen, dass andere Symptome auftreten werden. Bei der Bekämpfung vermeintlicher Ursachen sind insbesondere die Initiativen in Europa zu nennen, die darauf abzielen es Spekulanten zu erschweren, die Rohstoffpreise zu treiben. Diese Initiativen stellen politischen Aktionismus und Vorgauklung von Handlungsfähigkeit dar.
Gerald Braunberger hat sich in der FAZ offenbar der Mühe unterzogen, sorgfältig zu recherchieren. Lesen Sie Weltwirtschaft: Was die Rohstoffpreise bewegt:
Kurzfristige Einflüsse von Finanzinvestoren auf Rohstoffpreise lassen sich kaum bestreiten. Aber wie sieht es langfristig aus? Hier haben mehrere Studien keinen permanenten Einfluss von Spekulanten zeigen können. Das gilt für eine Studie der OECD über mehrere Rohstoffmärkte sowie eine Studie der Business-School Edhec über den Ölmarkt.Guten Tag. Und denken Sie gut!
Dazu passt eine unter Ökonomen verbreitete Interpretation: Finanzinvestoren können an Terminmärkten machen, was sie wollen. Einfluss auf die reale Wirtschaft nehmen sie nur, wenn sie durch ihre Termingeschäfte den jeweils aktuellen Preis für einen Rohstoff („Kassapreis“) beeinflussen – also wenn sie etwa durch den Preis für einen Öl-Terminkontrakt mit Fälligkeit April 2011 den tatsächlichen Ölpreis im April 2011 steuern könnten.
Das ginge nur, wenn wegen der Termingeschäfte das Angebot an Rohstoffen durch Lagerbildung oder durch eine geringere Produktion verknappt würde.
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