Obwohl das DESTATIS nach denkfaul.de-Bachgefühl zu den verlässlicheren Zahlenlieferanten auf diesem Globus zählen dürfte, bleibt Statistik nun einmal Statistik. Hand aufs Herz: Wie lange benötigen Sie, um herauszufinden, dass sich im DESTATIS-Preiskaleidoskop auch Kosten für eine Haushaltshilfe wiederfinden, und zu analysieren, ob die veranschlagten Kosten für diese Haushaltshilfe (in Prozent vom Monatsbudget) einer realen Haushaltshilfe entsprechen, oder vielmehr gemittelte Kosten unter Berücksichtigung der vielen Haushalte ohne Haushaltshilfe darstellen? Ganz zu schweigen von den Herausforderungen, vor denen die Anwendung on hedonischen Methoden in diesen Zeiten steht, in denen das Angebot an ausstattungsreduzierten Waren steigt. Und sie sollten hedonische Methoden nicht unterschätzen; ihre Anwendung hat bereits in der Vergangenheit zu erheblichen Verzerrungen in der öffentlichen Wahrnehmung geführt.
Jedenfalls gilt auch hier: Ander Länder, andere Sitten.
USA: Kunterbunte Zahlenketten
Dass die USA beispielsweise bei den Investitionen ihrer Unternehmen, schlicht auf der Basis eines anderen statistischen Faktors, höheres Wachstum ausweisen als Deutschland, haben wir bereits oben gesehen.
Über die (für deutsche Verhältnisse unfassbare und aufgund ihrer Erhebungsmethoden gegebene) Bedeutungslosigkeit der US-Arbeitsmarktzahlen hatte denkfaul.de ebenfalls mehrfach berichtet: Im Jahr 2009 lag der Arbeitsplatzverlust in Kalifornien real um 50% höher als statistisch ermittelt. Und im Januar 2010 wich die ermittelte Änderung bei der US-Arbeitslosigkeit um Faktor fünf von der Realität ab.
Nun meldet sich die Kolumne Das Kapital der Financial Times Deutschland mit einem bissigen Kommentar:
Wer US-Daten glaubt, wird selig
Der Gewinnausweis der US-Unternehmen und die Produktivitätszahlen des US-Arbeitsministeriums passen hinten und vorne nicht zusammen. Kein Wunder, denn über den Weg zu trauen ist keinem dieser Zahlenwerke.
China: Aufforstung aus dem Farbtopf
Die Asia Times Online zitiert einleitend zu ihrem Artikel "Greening China, from a paint pot" ein chinesisches Sprichwort: "Die Berge sind hoch und der Kaiser ist weit weg." Glaubt man dem Artikel, so findet manche regionale Regierung kreative Wege, um Vorgaben aus Peking umzusetzen: Energiesparen und Reduktion von Schadstoffausstoß per Stromabschaltung und Aufforstung mit grüner Farbe (und es handelt sich nicht um Einzelfälle).
Bewerten Sie Zahlen aus China lieber mit gesundem Menschenverstand.
Fazit
Aber die aus Deutschland auch.
Anders gesagt: Denken Sie gut.
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http://www.telegraph.co.uk/finance/china-business/8183389/Wikileaks-Top-Chinese-official-doesnt-believe-GDP-figures.html