Keine nachhaltige wirtschaftliche Erholung
Zuletzt verwiesen wir im Januar 2010 darauf, dass keine nachhaltige Erholung der Wirtschaft stattfindet. Inzwischen darf das als offiziell angesehen werden.
Dass die beeindruckenden, in Prozent ausgedrückten Wachstumsraten nicht das sind, was sie auf den ersten Blick zu sein scheinen, wissen Sie ja bereits. Nun haben reichlich Unternehmen verhaltene Ausblicke für das dritte Quartal 2010 abgeliefert. Die Entwicklung des US-Bruttoinlandsproduktes wurde rückwirkend erheblich nach unten korrigiert -- und das sogar, obwohl die Aussagekraft des Bruttoinlandsproduktes rapide abnimmt, wenn die Staatsverschuldung durch sinnlose keynesianische Stimulus-Programme in nicht nachhaltige Bereiche getrieben wird. Und auch die Pläne, die USA wieder zu eine Exportnation umzugestalten, dürfen als gescheitert angesehen werden, denn das Handelsbilanzdefizit der USA bewegt sich heute immer noch in problematischen Größenordnungen.
Inzwischen mehren sich daher auch populäre Stimmen, die von einem Double Dip sprechen, von einer nachfolgenden Rezession. Diese neue Rezession war allerdings bereits vor sechs Wochen, Ende Juni 2010, recht zuverlässig vorhersehbar. Streng genommen ist die Mär vom Double Dip allerdings nicht haltbar. Es gab in Wahrheit keine Erholung, nur einen kurzen Glauben daran.
Nahrungsmittelknappheit
Die drohende globale Nahrungsmittelknappheit, auf die Eric deCarbonnel für 2010 bereits vor Monaten hingewiesen hatte, tritt nun ein. Marktteilnehmer haben trotz der zahllosen offenkundigen Vorzeichen auf die realitätsfernen offiziellen Ernte-Schätzungen für 2010 vertraut und sind inzwischen bereit, für sofortige Lieferungen höhere Preise zu zahlen als den eigentlichen Marktwert. Die Rekordernten der vergangenen Jahre in Asien sind nicht sachgemäß gelagert worden und inzwischen ungenießbar. Und obwohl all dies bekannt war, bedarf es der schrecklichen Feuersbrunst in Russland, um den Markt wachzurütteln. (So traurig dies alles ist, sollte es dennoch auch als Beispiel dafür gelten können, wie Märkte funktionieren.)
Hier finden Sie das Portal Ernaehrungsvorsorge.de der Bundesregierung, das im Sommer 2004 an den Start ging.
Lesen Sie gut
Je stärker eine Informationsquelle mit wirtschaftlichen oder politischen Interessen verflochten ist, umso skeptischer sollten Sie naturgemäß sein. Allerdings werden Sie fast niemanden finden, der wirklich relevante und objektive Informationen frühzeitig bereitstellt, ohne eigene Ziele zu verfolgen. Es kommt dann darauf an, welche.
John P. Hussman's wöchentlicher Marktkommentar beispielsweise ist wenig aufregend, aber hervorragend recherchiert und basiert auf einem gesunden ökonomischen Sachverstand. Er kann zudem belegen, dass er zum rechten Zeitpunkt vor dem Marktabsturz gewarnt hat; überprüfen Sie sein Archiv.
Wie wertvoll ist hingegen die Meinung populärer Prediger, die bereits viele Jahre zu früh gewarnt hatten?
Gute Nacht! Und lesen Sie gut.
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