Damals gab es vereinzelt Anerkennung für diese Haltung, überwiegend jedoch Tadel. Letztlich stellte sich die Bundesregierung auch gegen keynesianische Ideen. Zum Glück. Es ist viel zu spät als dass keynesianische Ansätze ihre ohnehin fragwürdige Wirkung noch positiv ausspielen könnten.
Wenige Monate später sehen wir ein ähnliches Bild... mit einem entscheidenden Unterschied. Diesmal hat der Internationale Währungsfonds Ideen zum Umgang mit der Krise; beispielsweise soll die angestrebte Teuerungsrate von 2% auf 4% verdoppelt werden. Die Bundesregierung kann sich für diesen Vorschlag nicht erwärmen.
"Diebstahl beim kleinen Mann"
Berlin lehnt IWF-Vorschlag ab
[...]
IWF-Chefvolkswirt Olivier Blanchard hatte angeregt, den weitgehenden Konsens unter Notenbankern und Finanzpolitikern zu überdenken und die Wunschrate auf vier Prozent zu verdoppeln.
[Finanzstaatssekretär Steffen] Kampeter wies den Vorstoß zurück: "Inflation bleibt Diebstahl beim kleinen Mann." Sie sei niemals ein Weg aus einer Krise gewesen, sondern habe stets zu Krisen geführt.
In der Financial Times Deutschland kommentiert der stellvertretende CSU-Vorsitzende Peter Ramsauer:
Der IWF würde also eine Politik gegen das Sparen betreiben und für überbordenden Konsum eintreten. Mit allen volkswirtschaftlichen Spätfolgen: Eine inflationäre Geldpolitik unterstützt die Unkultur von Ländern, die sich bewusst verschulden und traditionell niedrige Sparquoten aufweisen.
[...]Wenn der IWF das Mittel gezielter Inflation tatsächlich zum salonfähigen Instrument erhebt, begeht er einen Dammbruch - wider die ökonomische Moral.
Was diesmal fehlt ist die Kritik an der Haltung der deutschen Bundesregierung.
Die wird auch nicht kommen.
Nicht etwa weil plötzlich alle die Meinung der Bundesregierung teilen.
Sondern weil sie schlicht keine Rolle spielt. DIe Geldpolitik obliegt der Europäischen Zentralbank. Und wer dort in Bälde das Sagen haben wird ist noch offen.
Gute Nacht! Und denken Sie gut.
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