Suggestions include raising inflation targets from about 2 per cent to about 4 per cent so that monetary policy can better respond to shocks; automatic lump-sum payments for poorer families if unemployment rises above certain thresholds; exchange-rate intervention for smaller economies that depend heavily on trade; and giving central banks huge new regulatory tools so they can smooth the path of the economy.
Teuerung (Inflation) in Kürze
Teuerung beginnt mit einer Ausweitung der Geldmenge. Dies ist was der Begriff der Inflation ursprünglich beschreibt.
Teuerung findet nicht koordiniert statt, sondern setzt sich in Wellen durch das System fort.
Der Prozess der Ausweitung der Geldmenge (Inflation), der in Teuerung mündet, begünstigt Umverteilung. An bestimmten Stellen wird das neue Geld in das System gespeist. Dort kann man stärker von ihm profitieren, da noch keine Teuerung stattgefunden hat.
Erst wenn eine kritische Masse des neuen Geldes aktiv durch das System strömt entsteht ein Potenzial für die eigentliche Teuerung. Ob sie tatsächlich stattfindet hängt wesentlich von den folgenden Faktoren ab: Haltung der Marktteilnehmer, Kapazitätsauslastung in Produktion und Transport, Verfügbarkeit von Rohstoffen und benötigten Gütern. Diese Faktoren limitieren die Einflussmöglichkeiten der Geldpolitik.
Die eigentliche Teuerung wird statistisch gemessen. Die Messmethoden unterscheiden sich international. Die statistisch ermittelte Teuerung kann von der persönlich realen abweichen, da die Statistik auf einem Warenkorb beruht und Methoden verwendet, die nicht notwendig dem eigenen Verhalten entsprechen.
Der gesamte Aktienmarkt wird bei der Ermittlung der Teuerung ausgeklammert. Dabei ist es offensichtlich dass Liquiditätsschwemmen (bei geeigneter Hatlung der Marktteilnehmer) ihn massiv beeinflussen. Wer auf den Aktienmarkt unter dem Blickwinkel der Absicherung schaut muss auch seine Teuerung in Betracht ziehen. Seien Sie sich des Unterschieds zwischen Wert und Preis bewusst. Vergegenwärtigen Sie sich auch, dass der Begriff einer Investitionsblase letztlich nichts weiter bezeichnet als die übermäßige Teuerung eines Invesitionsgutes, also das was gemeinhin als Inflation bezeichnet wird.
Mehr über Teuerung, Inflation und Deflation:
Berechnung der Teuerungsrate (Inflationsrate) durch das Statistische Bundesamt DESTATIS
Inflation. Deflation. Irritation.
Produktvereinfachung als Herausforderung für den Verbraucherpreisindex: Hedonische Methoden rückwärts
Bewertung des erhöhten Inflationsziels
Ob Ihr Geld in 34 (bei 2% Teuerungsrate) oder in 17 Jahren (bei 4% Teuerungsrate) die Hälfte seiner Kaufkraft verliert ist Ihnen mit Sicherheit egal, wenn folgende Bedingungen erfüllt sind:
1) Sie erhalten eine höhere Verzinsung auf Ihre Guthaben als durch den realen Kaufkratverlust verlustig geht.
2) Der reale Kaufkraftverlust wird nicht zu niedrig ausgewiesen, beispielsweise durch eine Untertreibung bei der Angabe der offizillen Teuerungsrate.
Während 2), abhängig von nationalen Besonderheiten, nur begrenzt gilt, stehen die Chancen für 1) aus folgenden Gründen denkbar schlecht.
Die Ausweitung der Geldmenge zeitigt momentan lediglich zwei Effekte: Insolvente Marktteilnehmer werden finanztechnisch vor der Insolvenz bewahrt, und die Besteuerung unserer Zukunft wird rasant beschleunigt. An der Stimmung der Menschen, die unsere Wirtschaft tragen und gestalten, ändert sich nichts. An der Verfügbarkeit von benötigten Rohstoffen ändert sich gleichermaßen nichts. Der heute weit verbreitete Keynesianismus stellt fälschlich das Geld in den Mittelpunkt seiner Betrachtung anstatt die Faktoren des Marktes. In Wahrheit befindet sich das System in einer Phase, in der die Schäden des Keynesianismus seinen (ohnehin zweifelhaften) Nutzen weit übersteigen. Denn während modernes Geld beliebig erschaffen werden kann, kann die reale Wirtschaft ebensowenig bliebig wachsen wie die Menge nutzbarer Rohstoffe.
Wenn ein System an die Grenzen seiner Wachstumsmöglichkeiten gestoßen ist erzeugt die Ausweitung der Geldmenge durch weitere Verschuldung und die Monetarisierung von minderwertigen Schuldscheine vorrangig Investitionsblasen und/oder erhebliche Teuerungsraten.
Höhere Teuerungsraten sind hilfreich bei Verschuldung. Gelänge die Kombination aus schwindender Kaufkraft und Wachstum der Wirtschaft so würden die Schulden effektiv entwertet.
Dem gegenüber steht jedoch der drohende Kollaps des Systems. Denn im inflationären Kreislauf muss die Geldmenge den gestiegenen Preisen immer einen Schritt voraus sein, um Deflation zu verhindern. Und weil 4% Preissteigerung auf 100 Euro zwar 104 Euro ergeben, 4% Steigerung auf 104 Euro jedoch bereits 108,16 Euro, steigt die Geschwindigkeit der Teuerung in Wahrheit ständig an. Und weil sich Teuerung in Wellen durch das System ausbreitet, wird sie ab einer bestimmten Geschwindigkeit unbehrrschbar weil die Maktteilnehmer unsicher werden ob die nächste Welle nicht füher eintrifft oder heftiger ausfällt als behauptet wird. Dies wäe der Beginn einer deutlich beschleunigten Inflation.
Der Vorschlag, das Inflationsziel von 2% auf 4% anzuheben, begünstigt daher eine stärkere Umverteilung ebenso wie er höhere Systemrisiken erzeugt.
Es wird gern übersehen dass das System zumindest ein Stück weit zurückgefahren werden kann. In einer solchen Phase befinden wir uns gerade. Ohne hier auf die genauen Auslöser schauen zu wollen ist klar, dass seit anderthalb Jahren Vermögenswerte, Einkommen und Geschäftsmodelle einer haten Prüfung unterzogen werden. Das System tritt dann in eine deflationäre Phase ein.
Über den wahren Auslöser dieser gibt es unterschiedlichste Auffassungen. Nehmen wir an dass das System tatsächlich an eine immanente Grenze gestoßen ist. Für diese Annahme spricht dass es offenbar plötzlich unmöglich war, eine noch größere Hebelung von Vermögenswerten sowie eine noch höhere Verschuldung zu erzielen.
Selbstverständlich ist es denkbar dass die Grenze aus dem Jahr 2008 in Zukunft transzendiert werden könnte. Hierzu müsste sich jedoch die Haltung der Maktteilnehmer, insbesondere bezüglich Risikofeude, wieder ändern. Von einer solchen Entwicklung ist weit und breit wenig zu sehen. Alternativ könnte eine bahnbrechende Innovation den Weg zu weiterem Wachstum ebnen. Doch die derzeit oft beschworenen Hoffnungsträger (Biotechnologie, Nanotechnologie) wirken bereits etwas abgenutzt. Eine echte Innovation wie die kommerzielle Nutzung des Internet sie darstellte scheint nicht in Sicht.
Unser Umgang mit der momentanen deflationären Phase zeigt, dass auch Deflation in erheblichem Maße zu Umverteilung führen kann.
Wir glauben daher dass das System, mit keynesianischem Antrieb ausgestattet, immer wieder inflationäre Fahrt aufnehmen wird. Es wird in der Folge gegen die von den Marktteilnehmern und Ressourcen gesetzten Grenzen prallen, wobei es deflationär zuückgeworfen werden wird, nur um erneut Anlauf zu nehmen. Bei der Beschleunigung wird Vemögen geschaffen werden, das vorrangig beim Aufprall zerstört werden wird. In jeder der Phasen wird Umverteilung von Vermögen begünstigt, und zwar in Abhängigkeit von der Antriebskraft. Die Heftigkeit der Bewegungen wird von innen anders wahrgenommen werden als von außen.
Der Vorschlag des Internationalen Währungsfonds entspricht dann einer Verdopplung der Antriebskraft im System. Schnallen Sie sich gut an!
Und damit nicht genug: Sollen die Zinsen keynesianisch niedrig sein um angebliches Wachstum zu fördern und die faktisch insolventen Marktteilnehmer vor der Insolvenz zu bewahren, oder dürfen die Zinsen steigen weil knapper werdende Ressourcen, die nicht mit dem monetären Wachstum mithalten können, nach höheren Preisen verlangen und diese Teuerung eingedämmt werden muss?
Hat die Britische Zentralbank mit ihrer jüngsten Entscheidung diesbezüglich einen neuen Trend für die Stützung des Systems und gegen Preisstabilität geschaffen?
Wird diese Herausforderung durch Regulierung, Subventionen und Vernichtung von Vermögen angegangen werden, also durch Umverteilung?
Hintergrundinformationen:
Die Berechnungsmethode für US-Konsumentenpreisindex weist vier mal höhere Investitionen in Inormationstechnologie aus als diejenige der Bundesrepublik; zu niedrig ausgewiesene Teuerungsraten führen zu einer zu hoch ausgewiesenen Wirtschaftsleistung
Das Erreichen der Systemgrenze war im April 2007 für Experten offenkundig
Die US-Immobilienblase wurde absichtlich herbeigeführt
Geldsystem und Geldschöpfung
Unser Geldsystem ist auf endloses Wachstum ausgelegt
Keynesianismus: In sieben Minuten als Suchtstruktur bloßgestellt
Händler verlieren mit jeder Kündigung vier Kunden
US-Konsumenten shoppen ohne etwas zu kaufen
Deutschlandfunk: Wohlstand ohne Wachstum? Perspektiven der Industriegesellschaft
Die Ohnmacht der Geldpolitik an der Systemgrenze
Pauschalzahlungen an ärmere Familien, Festlegung von Wechselkursen und Markteingriffe durch die Zentralbanken
Der Internationale Währungsfonds schlägt neben der offiziell intendierten Beschleunigung der Geldentwertung interessante weitere Maßnamhem vor. Eine kurze Interpretation.
Pauschalzahlungen an ärmere Familien bei Überschreitung einer bestimmten Arbeitslosenquote: Es drängt sich der Verdacht auf dass dies hübsch um die Ecke formuliert ist. Höhere Arbeitslosigkeit geht einher mit einer geringeren Wirtschaftsleistung. Sofern Deflation vermieden werden kann (zunehmnde Regulierung verheißt Sicherheit und stärkt folglich potenziell das Konsumentenvertrauen) führt dies zu einer effektiven Abwertung der Währung. Dies wiederum führt im Schnitt zu steigenden Kosten für importierte Rohstoffe und Waren. Die Pauschale Konsumzulage soll wohl die effektive Kaufkraft von Bürgern mit geringem Einkommen erhalten wenn Preise steigen, ohne dass die Regierungen die Maßnahme erst noch umständlich diskutieren müssen.
Festlegung von Wechselkursen für Staaten mit kleiner Wirtschaft, die stark vom Handel abhängig sind: Dies könnte als Schutz von Staaten mit geringer Wirtschaftsmacht vor Spekulanten gesehen werden. Oder als Schutz der mächtigen Wirtschaftszonen vor zu hohen Rohstoffpreisen. Denn Wechselkursrisiken beim Import könnten so mindestens vorübergehend ausradiert werden.
Weiter reichende Markteingriffe durch Zentralbanken zur Glättung zyklischer Wirtschaftseffekte: Hier sind der Phantasie ja keine Grenzen gesetzt. Wir möchten aber eine aktuelle Eingriffsmöglichkeit ausdrücklich anführen: Einführung einer Regelung für die Schließung von US-Geldmarktfonds, die bisher eine der liquidesten Anlageformen darstellten, aber Ihnen in Zukunft den Zugriff auf Ihr Investment untersagen könenn wenn es die Situation erfordert... bereits im Januar 2010. Znetralbanken könnten Ihnen zur Stabilisierung des Finanzsystems den Zugriff auf Ihr sicher angelegtes Erspartes untersagen.
Fazit
Der Vorschlag des Internationalen Währungsfonds ist ein vermutlich gangbarer Weg zur faktischen Beibehaltung des Status Quo. Er wird steinig, aber er umgeht die grundlegend vorhandene systemische Notwendigkeit einer Bereinigung von Vermögen, Einkommen und Geschäftsmodellen unter Ausdehnung der Instrumentarien zur Marktintervention.
Die Kosten bestehen voraussichtlich in substanziellen Umverteilungen. Das System wird erheblich stärker administriert werden.
Gute Nacht. Und denken Sie gut.
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