Klar, das kalte Klima in Europa treibt die Ölpreise nach oben. Kann man auf jedem Börsenticker lesen.
Unterdessen wird in China zum Jahresende 2010 teilweise der Strom abgeschaltet, um die zentral geplanten Umweltschutzziele zu erreichen (andere Quellen nennen auch Engpässe bei der Versorgung der Kraftwerke). In den betroffenen Regionen greift man kurzerhand zu Dieselaggregaten und erzeugt seinen Strom selbst, so dass Diesel dort inzwischen Mangelware ist (und anscheinend auch der Warentransport beeinträchtigt wird; 2000 private Tankstellen haben bereits geschlossen). Das muss Sie alles nicht verwundern. Schließlich streicht man in China auch schon mal Berge grün an, um das Erreichen von Umwelauflagen vorzutäuschen.
Nun können Sie auf das wahrscheinlichste Szenario wetten. Wo zwischen Transport- und Stromversorgungs-Engpässen wird sich das System einpendeln? Wie auch immer. China wird vorübergehend vom Dieselexporteur zum Dieselimporteur.
Das globale Ölfördermaximum für konventionelle Förderverfahren (Peak Oil) lag offiziell im Jahr 2006. Jetzt wächst die Wirtschaft in China schneller als die Energieversorgung bzw. die Effizienz der Energieversorgung. Eine kritische Masse des Gesamtsystems (China) prallt mit Wucht an eine systemische Grenze, in Anwesenheit eines phantastischen Geldsystems, das im Kern endlose Wachstumsmöglichkeiten postuliert.
Denken Sie gut.
Unsere Mission | Impressum | Rechtshinweise | Regeln
Dienstag, 30. November 2010
Der Ölpreis: Nicht nur abhängig von der Temperatur.
Das gefälschte Weihnachtsgeschäft: Datenpunkt eines Zwischen- oder Endspurts
"Cyber Monday", "Winter-Startverkauf", Reduzierte Markenware, Sonderrabatte und -Aktionen in Geschäften, nach eigenen Beobachtungen eher regional unterschiedliche Besucherströme in Einkaufszentren, dazu "Rekorderwartungen" des Einzelhandels: Wie passt das zusammen?
Ganz einfach. Dieses Jahr wird zu Weihnachten im Durchschnitt nicht verschenkt, sondern angeschafft. Und die Innovationen der Branchen finden kaum Beachtung. So mischen sich Rabatte aufgrund von Fehlplanungen der Anbieter mit Inflationsängsten und hinausgezögerten Anschaffungsbedarfen der Konsumenten zu einer angeblichen Erfolgsgeschichte.
Dann werden wir wohl noch die üblichen Abverkäuf im Januar sehen. Und dann die nächsten Rabatte. Aber nur bei Waren, die noch übrig sind. Was danach kommt...
Handelsblatt, Ausgabe 26./27. November 2010, Seite 24, Interview mit Andreas Jacobs, Eigentümer, und Jürgen Steinemann, CEO des größten Schokoladenherstellers der Welt, Barry Callebaut:
Denken Sie gut.
Unsere Mission | Impressum | Rechtshinweise | Regeln
Ganz einfach. Dieses Jahr wird zu Weihnachten im Durchschnitt nicht verschenkt, sondern angeschafft. Und die Innovationen der Branchen finden kaum Beachtung. So mischen sich Rabatte aufgrund von Fehlplanungen der Anbieter mit Inflationsängsten und hinausgezögerten Anschaffungsbedarfen der Konsumenten zu einer angeblichen Erfolgsgeschichte.
Dann werden wir wohl noch die üblichen Abverkäuf im Januar sehen. Und dann die nächsten Rabatte. Aber nur bei Waren, die noch übrig sind. Was danach kommt...
Handelsblatt, Ausgabe 26./27. November 2010, Seite 24, Interview mit Andreas Jacobs, Eigentümer, und Jürgen Steinemann, CEO des größten Schokoladenherstellers der Welt, Barry Callebaut:
Steinemann: [...] Der Konsument ist preissensibel und der Einzelhändler als sein Anwalt erlaubt im Moment keine Preiserhöhungen. [...]Es kann nicht oft genug gesagt werden: Bei vielen Produkten besteht enormer Preisdruck, der momentan noch nicht an Sie weitergegeben wird.
Denken Sie gut.
Unsere Mission | Impressum | Rechtshinweise | Regeln
Mittwoch, 24. November 2010
IWF: Euro-Rettungsfonds reicht womöglich nicht einmal für Portugal und Spanien
Vor dem Hintergrund der aktuellen Marktwahrnehmung portugiesischer und spanischer Anleihen: Eine eigene Übersetzung von Auszügen eines Artikels des Wall Street Journal.
Gute Nacht... denken Sie gut!
Unsere Mission | Impressum | Rechtshinweise | Regeln
Ein Ökonom des Internationalen Währungsfonds bestätigte, dass unterm Strich im Eurozonen-Rettungsfonds [unter Anderem aufgrund von Verwendungsbedingungen] lediglich rund 310 Milliarden Euro von bedüftigen Staaten abgerufen werden können.
Diese Summe könnte schnell erschöpft sein. Irland wird voraussichtlich mehr als 60 Milliarden aus dem Rettungsfonds benötigen (und zusätzlich 30 Milliarden vom IWF). Für Portugal könnten wietere 50 bis 100 Milliarden benötigt werden.
Doch das ist nichts im Vergleich zum möglichen Kapitalbedarf Spaniens. Einige Schätzungen belaufen sich allein für die in den nächsten drei Jahren fällige Refinanzierung der bisherigen spanischen Verschuldung, bei einem moderat angenommenen Zinssatz, auf mehr als 300 Milliarden.
Gute Nacht... denken Sie gut!
Unsere Mission | Impressum | Rechtshinweise | Regeln
Peak Conventional Oil war 2006: Wachstumsdämpfer mit Schlüsselrolle
Den jährlich veröffentlichten World Energy Outlook der International Energy Agency sollte man schon beachten, selbst wenn (oder: weil) ihre Prognosen speziell bezüglich Erdöl oft etwas phantastisch wirken.
Der World Energy Outlook 2010 ist noch nicht öffentlich verfügbar, sondern lediglich eine Pressemitteilung, aus der die Ergebnisse des World Energy Outlook 2010 nicht im Zusammenhang hervorgehen. Seit letzter Woche kursieren jedoch Meldungen, die IEA habe Peak Oil rückwirkend für 2006 bestätigt; leider meist ohne seriöse Analyse.
Eine ernst zu nehmende Analyse des World Energy Outlook 2010 der IEA liefert nun Chris Martenson unter dem Titel It's Ofiicial: The Economy Is Set To Starve. Zugegeben, Chris Martenson ergänzt seine Analyse des WEO um Berichte wie den des britischen Guardian, dass die IEA auf Druck der USA die Zahlen zur erwarteten Ölproduktion schon länger beschönigt habe. Aber er trennt die Analyse des WEO sauber von diesen Hintergrundinformationen. Abgesehen davon passt ins Bild, dass jetzt zeitgleich berichtet wurde, die IEA rechne für 2011 mit einer weniger stark steigenden Nachfrage.
In jedem Fall sollten Sie wissen, dass laut des für die IEA "zantralen" Szenarios namens "New Policies"...
1) nie wieder so viel konventionelles Öl gefördert werden wird wie im Jahr 2006,
2) die maximale Ölförderung für das Jahr 2020 prognostiziert wird, allerdings unter Einbeziehung von Ölfeldern, die heute noch nicht einmal bekannt sind sowie Nutzung von teuren Fördertechnologien,
3) die prognostizierte Fördermenge für die Welt nur ausreicht, wenn die Nutzung von Kohle und Öl in den OECD-Ländern erheblich zurückgeht und durch stärkere Nutzung von erneuerbaren Energien, Gas und Atomkraft (in dieser Reihenfolge) kompensiert wird (IEA: "Wir haben die Regierungen beim Wort genommen", siehe obige Pressemitteilung).
Anders gesagt: Billiger wird's nicht mehr.
Und? Erscheinen Ihnen einige Maßnahmen der Bundesregierung in neuem Licht?
Denken Sie gut.
Unsere Mission | Impressum | Rechtshinweise | Regeln
Der World Energy Outlook 2010 ist noch nicht öffentlich verfügbar, sondern lediglich eine Pressemitteilung, aus der die Ergebnisse des World Energy Outlook 2010 nicht im Zusammenhang hervorgehen. Seit letzter Woche kursieren jedoch Meldungen, die IEA habe Peak Oil rückwirkend für 2006 bestätigt; leider meist ohne seriöse Analyse.
Eine ernst zu nehmende Analyse des World Energy Outlook 2010 der IEA liefert nun Chris Martenson unter dem Titel It's Ofiicial: The Economy Is Set To Starve. Zugegeben, Chris Martenson ergänzt seine Analyse des WEO um Berichte wie den des britischen Guardian, dass die IEA auf Druck der USA die Zahlen zur erwarteten Ölproduktion schon länger beschönigt habe. Aber er trennt die Analyse des WEO sauber von diesen Hintergrundinformationen. Abgesehen davon passt ins Bild, dass jetzt zeitgleich berichtet wurde, die IEA rechne für 2011 mit einer weniger stark steigenden Nachfrage.
In jedem Fall sollten Sie wissen, dass laut des für die IEA "zantralen" Szenarios namens "New Policies"...
1) nie wieder so viel konventionelles Öl gefördert werden wird wie im Jahr 2006,
2) die maximale Ölförderung für das Jahr 2020 prognostiziert wird, allerdings unter Einbeziehung von Ölfeldern, die heute noch nicht einmal bekannt sind sowie Nutzung von teuren Fördertechnologien,
3) die prognostizierte Fördermenge für die Welt nur ausreicht, wenn die Nutzung von Kohle und Öl in den OECD-Ländern erheblich zurückgeht und durch stärkere Nutzung von erneuerbaren Energien, Gas und Atomkraft (in dieser Reihenfolge) kompensiert wird (IEA: "Wir haben die Regierungen beim Wort genommen", siehe obige Pressemitteilung).
Anders gesagt: Billiger wird's nicht mehr.
Und? Erscheinen Ihnen einige Maßnahmen der Bundesregierung in neuem Licht?
Denken Sie gut.
Unsere Mission | Impressum | Rechtshinweise | Regeln
Dienstag, 23. November 2010
Der robuste Euro, Europas Superstar!
Unterdessen meint Spiegel Online: Robuster Euro: Europas Superstar trotzt dem Krisendomino. Sven Böll zeichnet mit diesem Artikel wahrlich ein beeindruckendes Bild:
Erstens sei Irland, anders als Griechenland, eine gesunde Wirtschaft, die nur an zu viel Erfolg und mithin an einer Blase erkrankt sei. Das mag schon sein. Was das damit zu tun hat, wie lang wie viel Geld in das überhebelte, aufgeblasene irische Bankensystem gepumpt werden muss, bleibt unerklärt.
Zweitens würden alle EU-Staaten Maßnahmen ergreifen, um ihre Defizite einzudämmen, und die Erholung der Konjunktur würde ihnen dabei helfen. Spannend. Die Eingrenzung staatlicher Defizite kann nun einmal nicht ohne Einbußen bei Investitionen und Konsum erfolgen, und privater Konsum stellt den Löwenanteil der Höhe von Bruttoinlandsprodukten; Stimulus-Programme der Regierungen hatten kurzfristig ebenfalls einen gewissen Anteil. Rückkopplungen sind also garantiert.
Drittens sei das Brottoinlandsprodukt von Griechenland und Irland selbst zusammen mit Portugal zu gering, um bei einer Insolvenz dem Euro zu schaden, denn eine Insolvenz des Bundesstaates New York würde auch nicht dem US-Dollar schaden; zudem gäbe es kaum lukrative Investments auf dem Globus; und der Yuan sei keine Weltwährung. Hier gerät nun alles durcheinander. Die Insolvenz des Bundesstaates New York würde dem US-Dollar nicht schaden, weil der US-Dollar die Leitwährung ist und rund um den Globus für Handel benötigt wird; lukrative Invesments mit tragbaren Risiken gibt es durchaus; und die Zeit der nationalen Leitwährungen ist definitiv vorbei, so dass sich überhaupt nicht die Frage stellt, ob der Yuan Leitwährung werden kann.
Weil Spiegel Online schon gestern ärgerlich genug war, lassen wir es damit mal gut sein. Ähnlichkeiten zu Projekten ohne Geld und Struktur sind sicherlich reiner Zufall.
Was den Kursverfall des Euro gegenüber dem US-Dollar betrift: Sieht ein bisschen aus, als wären zu viele US-Amerikaner Short gewesen.
Gute Nacht. Und: Denken Sie gut.
Unsere Mission | Impressum | Rechtshinweise | Regeln
(Seite 1 von 3, insgesamt 14 Einträge)
nächste Seite


Kommentare