Darin:
Seit der Finanzkrise suchen Abermilliarden von Dollar und Euro neue Anlageformen.
Wirklich? Sie wurden doch angeblich vernichtet.
An Rohstoffbörsen wie in Chicago treiben Zocker die Preise in die Höhe - und verteuern so für Milliarden Menschen die Grundnahrungsmittel.
Wirklich? In Wahrheit zahlen Marktteilnehmer derzeit auf realen Märkten noch höhere Preise für reale Waren als die Börsenkurse anzeigen, weil schlicht kaum reale Waren verfügbar sind.
Doch die Hungerkrise war nie vorbei, sie verschwand nur aus dem Fokus der Öffentlichkeit. Die Zahl der Hungernden stieg weltweit in wenigen Jahren von 850 Millionen auf über eine Milliarde. Allein im Jahr 2009 kamen rund hundert Millionen Menschen hinzu, schätzt das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen.
Ja.
"Obwohl genug Weizen in den Lagern war, überwogen für die Anleger plötzlich die Risiken", sagt Eugen Weinberg, Rohstoffexperte von der Commerzbank.
Wirklich? Es ist nicht genug Weizen in den Lagern, wie der Autor selbst gleich anmerkt, wenn er diesen Umstand auch unrichtig darstellt:
[Die Bauern] horten ihre Ernte - in der Hoffnung, selbst ein bisschen am Spekulationsgeschäft zu verdienen. "Das gehört mit zum Geschäft", sagte kürzlich ein US-Farmer im ZDF. Die Konsequenzen sind fatal: In Indien und China verrotten zum Teil schon die Bestände. Für die Landwirte ist es lukrativer, auf steigende Preise zu wetten, als ihre Produkte gleich nach der Ernte zu verkaufen.
Erstens. Die verrotteten Bestände in Asien gehören schon lang nicht mehr den Bauern, sondern dem Staat, der sie als Reserve aufgekauft hatte. Zweitens. Indien und China könnten leicht Anreize für die Bauern schaffen, ihre Lebensmittel zu verkaufen; beide Staaten importieren gigantische Mengen von Agrarrohstoffen zu steigenden Preisen. Und drittens: Die Möglichkeiten eines jeden Bauern, seine Ernte zurückzuhalen, sind naturgemäß eingeschränkt.
Analysten warnen vor einer Kettenreaktion: Steigt in diesem Jahr der Preis für Getreide, so werden Bauern in der kommenden Saison vermehrt Getreide anpflanzen.
Zumindest in der Europäischen Union ist die Landwirtschaft durch Prämien und Zölle so stark gesteuert, dass von einer freien Maktwirtschaft kaum die Rede sein kann und die Vereinten Nationen seit Jahren fordern, diese Überregulierung zu reduzieren. Abgesehen davon: Was soll schon falsch daran sein, Weizen anzubauen, wenn Weizen so stark nachgefragt wird, dass die Preise gestiegen sind?
Der gesamte Artikel unterstellt, dass Spekulanten Rohsoffpreise massiv manipulieren können.
Aber selbst wenn Marktteilnehmer auf höhere Preise in der Zukunft spekulieren, muss zum gegebenen Liefertermin auch genügend Nachfrage und Kapital am Makt sein, um den erhofften höhern Preis zu bezahlen. Das wird jedenfalls nicht eintreten, wenn ein Überangebot an Rohstoffen besteht oder ein Mangel an Kapital herrscht. In diesem Fall hätten sich die Marktteilnehmer schlicht verspekuliert.
Mehr Betrachtungen darüber, wie unser modernes System der Geldschöpfung zu unserer begrenzten Welt passt, finden Sie in Knappes Geld... und knappe Lebensmittel?.
Gute Nacht! Und denken Sie gut.
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