Heute hat das US-amerikanische Bureau of Labor Statistics neue US-Arbeitslosenzahlen gemeldet. Die Investoren und Kommentatoren reagierten innerhalb von Minuten.

Die Zahlen waren von gewohnter Qualität: Obwohl Arbeitsplätze verloren gingen sank die Arbeitslosenquote. Das haben wir schon im Juli 2009 gesehen und aufgeschlüsselt: Der Grund ist heute wie damals, von dem unrealistischen Birth/Death Model abgesehen, ein Rückgang der zivilen Arbeitsbevölkerung. Im Juli gab es zudem Impulse aus der Automobilindustrie und öffentlich Bediensteten. Diesmal kommen Impulse aus dem Dienstleistungs- und Gesundheitsbereich. (Überrascht Sie das, in Anbetracht der Gesundheitsreform?) Im produzierenden Gewerbe hingegen gingen weiterhin Arbeitsplätze verloren. (Kann sich eine Wirtschaft erholen ohne etwas zu produzieren?)
Weiterhin sind die US-Arbeitsmarktzahlen üblicherweise unzutreffend, teilweise erheblich. Das liegt an der Art ihrer Erhebung.
Das ist natürlich alles belanglos solange sich die Kommentatoren vor Freude überschlagen. Wenn sich der Arbeitsmarkt der nominell (noch) größten Volkswirtschaft der Welt erholt, könnte der Konsum ja wieder anziehen.
Binnen Minuten läuft der bekannte Investorenreflex ab: Der DAX gewinnt knapp 100 Punkte, weil die Nachricht den Dow Jones stärkt. Und den US-Dollar: Der Euro verliert sofort einen Cent an Wert, und im weiteren Verlauf fast einen weiteren.
Aber dann wird, pünktlich zum Börsenschluss in Europa und ohne relevante neue Nachrichten, an den US-Märken in diese Begeisterung hinein ordentlich abverkauft. Ein Kommentator, wohl in Erklärungsnot, spricht von Erholungsangst.
Da wollen wir mal hoffen dass sich diese Erholungsangst nicht auch noch auf auf die Bevölkerung überträgt. Sonst storniert sie womöglich ihren Erholungsurlaub. Und das würde zu schlechten Branchennachrichten führen. Das kann niemand wollen.
Gute Nacht. Und denken Sie gut.
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