Der folgende Mitschnitt eines Auftritts des Wertpapierhändlers Joe Saluzzi in einer Sendung des US-Nachrichtensenders Bloomberg ist in zweierlei Hinblick ein Lehrstück.
Zunächst einmal nimmt Herr Saluzzi kein Blatt vor den Mund. Manipulationen an den Aktienmärkten und bewusst beschönigende Prognosen der Regierung sind für ihn so selbstverständlich dass sie nicht einmal erklärt werden müssen. (Ein weiterer Wertpapierhändler sprach im US-Fernsehen eher zurückhaltend über manipulative Eingriffe.) Die Euphorie oder Hoffnung an den Märkten und einiger Kommentatoren gehen für ihn nicht mit den Fundamentaldaten zusammen.
Im Kern seiner Botschaft steht jedoch, dass zwei Drittel des Handelsvolumens an den Aktienmärkten derzeit durch einen automatisierten, auf Computer-Algorithmen basierenden Handel bestritten werden. Solche Algorithmen agieren ihrem Wesen nach opportunistisch; der ganze Sinn ihrer Existenz besteht darin, durch extrem schnelle Transaktionen leichte Kursschwankungen und überregionale Kursabweichungen zur Erzeugung von Geld aus Geld auszunutzen. Wenn diese Programme das Handelsvolumen dominieren schaukeln sie sich tendenziell gegenseitig hoch.
Joe Saluzzis Befürchtung: Im Fall einer schlechten Nachricht würden reale Verkäufer den Markt übernehmen. Die Algorithmen würden dann ebenfalls sofort verkaufen. Es bräuchte dann schon reale Käufer um die Kurse vor einem Absturz zu bewahren. (Damit scheint er nicht zu rechnen. Angesichts historisch extrem hoher Aktienkurse ist das nicht verwunderlich.)
Von den interessanten Informationen abgesehen bietet das Video auch die Gelegenheit das rhetorische Repertoire und Dominanzverhalten des Moderators zu studieren, der versucht bestimmte Aussagen herunterzuspielen oder zu verhindern.
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Sonntag, 5. Juli 2009
US-Wertpapierhändler: Marktmanipulation, Fakten widersprechen Prognosen, absichtlich irreführende offizielle Zahlen, Computerprogramme dominieren Aktienkurse, Handelsvolumen ist nicht Liquidität
Ex-Fondsmanager mit Medienpräsenz: Selbstverständnis, Manipulation und Interessenskonflikte
Um das Folgende zu verstehen ist es hilfreich zu wissen dass in den USA privates Engagement an Kapitalmärkten schon wesentlich länger und viel weiter verbreitet ist als hierzulande... sowohl direkt als auch indirekt durch steuerbegünstigte private Vorsorgeprogramme wie 401 (k), von denen sich einige momentan Liquiditätsprobelemen ausgesetzt sehen.
Jim Cramer war Fondsmanager, ist heute aber eher mit Vermarktung beschäftigt: Seiner eigenen sowie der von anderen Menschen die gern für ihre Investment-Tipps und ihre Meinung bezahlt werden möchten. Er selbst sagt den Menschen in seiner Fernseh-Show "Mad Money", welche Aktien sie kaufen und welche sie verkaufen sollen.
Dabei liegt er regelmäßig arg daneben, aber das vergisst er bis zur nächsten Show völlig schmerzfrei. Schlimmer noch, er erklärt seinen Zuschauern auch mal, dass sie ihm nicht richtig zugehört hätten:
Warum liegt er daneben? Vielleicht weiß er es nicht besser. Aber er war Fondsmanager. Hier spricht er darüber, wie er Märkte manipuliert hat um die Masse der Investoren in die Richtung zu bewegen die für seine Investitionen vorteilhaft waren... und auch darüber dass es ihm Spaß macht den Markt zu irritieren; davon zu profitieren, dass die Börsenaufsicht FCC nicht klug genug ist um verbotene Praktiken aufzudecken; und darüber dass man kein Fondsmanager sein sollte wenn man nicht verstanden hat dass man Reportern passende Gerüchte zustecken sollte:
Ein ebenfalls aufschlussreicher Fernsehmitschnitt ist dieser hier im Zusammenhang mit dem Beginn der Subprime-Probleme von Bear Stearns 2007, in dem ab 1:30 deutlich wird, wie sehr ihn der Rollenkonflikt zwischen Medienpräsenz, privaten Verbindungen, seinem Glauben an Marktbeeinflussung und dem Wissen darum, wie schlimm es da draußen wirklich ist, belastet. Ein sehenswerter Gemütsausbruch:
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Jim Cramer war Fondsmanager, ist heute aber eher mit Vermarktung beschäftigt: Seiner eigenen sowie der von anderen Menschen die gern für ihre Investment-Tipps und ihre Meinung bezahlt werden möchten. Er selbst sagt den Menschen in seiner Fernseh-Show "Mad Money", welche Aktien sie kaufen und welche sie verkaufen sollen.
Dabei liegt er regelmäßig arg daneben, aber das vergisst er bis zur nächsten Show völlig schmerzfrei. Schlimmer noch, er erklärt seinen Zuschauern auch mal, dass sie ihm nicht richtig zugehört hätten:
Warum liegt er daneben? Vielleicht weiß er es nicht besser. Aber er war Fondsmanager. Hier spricht er darüber, wie er Märkte manipuliert hat um die Masse der Investoren in die Richtung zu bewegen die für seine Investitionen vorteilhaft waren... und auch darüber dass es ihm Spaß macht den Markt zu irritieren; davon zu profitieren, dass die Börsenaufsicht FCC nicht klug genug ist um verbotene Praktiken aufzudecken; und darüber dass man kein Fondsmanager sein sollte wenn man nicht verstanden hat dass man Reportern passende Gerüchte zustecken sollte:
Ein ebenfalls aufschlussreicher Fernsehmitschnitt ist dieser hier im Zusammenhang mit dem Beginn der Subprime-Probleme von Bear Stearns 2007, in dem ab 1:30 deutlich wird, wie sehr ihn der Rollenkonflikt zwischen Medienpräsenz, privaten Verbindungen, seinem Glauben an Marktbeeinflussung und dem Wissen darum, wie schlimm es da draußen wirklich ist, belastet. Ein sehenswerter Gemütsausbruch:
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Samstag, 4. Juli 2009
Fondsmanager: Gegen Verschwörungstheorien, aber "Manipulation nicht ganz so unglaubwürdig"
Nachdem bereits der US-amerikanische Wertpapierhändler und Investor Dan Shaffer im Fernsehen offen über Manipulationen an den Aktienmärkten sprach, setzt sich auch ein deutscher Fondsmanager in seinem offiziellen Bericht damit auseinander, dass die Fakten für Manipulation sprechen.
Steffen Hauptmann schreibt in seinem Monatsbericht Mai: "Fondsmanager: Gegen Verschwörungstheorien, aber..." vollständig lesen »
Steffen Hauptmann schreibt in seinem Monatsbericht Mai: "Fondsmanager: Gegen Verschwörungstheorien, aber..." vollständig lesen »

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