Diese Überschrift sollte jeden Investor skeptisch stimmen. Am 25. Juli 2009 meinte Spiegel Online: Privatanleger verpassen den Aktien-Aufschwung. Wir riefen damals zu einer gesunden Skepsis auf.
Die Entwicklung gibt uns Recht. Wer auf den Artikel Ende Juli reagierte hatte gerade eine 15%-Rallye innerhalb von 3 Wochen verpasst. In den folgenden sechs Monaten, bis heute, hat der DAX hingegen weniger als 7% aufgeholt.
Das ist zweifellos mehr als Ihr Tagesgeldkonto abwirft. Aber es gibt mehr zu beachten.
Der DAX hat seinen Aufwärtstrend gebrochen.
Der DAX hat seinen Höchststand von 1998 noch nicht wieder erreicht. Im ungünstigsten Fall haben Sie seit 1998 Verluste hinnehmen müssen. Inflationsbereinigt sowieso.
Man kann argumentieren dass der DAX seine wahre Unterstützungslinie bei heute etwa 3000 Punkten findet. Die zwischentzeitlichen Rallies wären dann auf Liquiditätsschwemmen zurückzuführen. Die anschließenden Korrekturen könnten notwendige Konsolidierungen in Vermögensstrukturen darstellen.
Die beiden Liquiditäts-Rallies mit ihren Höhepunkten in den Jahren 20001 und 2007 ähneln sich sehr stark. Haben wir den zweiten Abschwung, analog zum Jahr 2002, bereits gesehen? Kann man sich in Anbetracht der beispiellosen Rettungsmaßnahmen der Zentralbanken und Regierungen eine umfangreichere Zwischenerholung vorstellen als sie vor dem Kursverfall des Jahres 2002 stattfand?
Aber dies ist nur ein denkbares Szenario. Eine andere Möglichkeit ist, dass man mit einer massiv inflationierten Unterstützung des DAX kalkulieren muss. Vielleicht bei 3500 Punkten, vielleicht bei 4000.
In jedem Fall fragt sich, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist dass sich der Markt in die eine oder die andere Richtung bewegt.
Hierzu müssen wir uns Fragen stellen wie die folgenden:
Wieviel Kapital steht zur Verfügung um Kaufdruck am Markt zu erzeugen?
Welche Erwartungen hegen die Marktteilnehmer?
Wie stellt sich die fundamentale wirtschaftliche Situation dar?
Wie stellt sich die charttechnische Situation dar?
Bleiben Sie dran, und denken Sie gut.
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