Einzelhandel: Rabattschlacht bis zum letzten Prozent
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Denn seit Wochen tobt ein Kampf im deutschen Handel. Boznar kann sich nicht erinnern, dass es je ein solches Wetteifern um die größten Preisnachlässe gegeben hätte. Auf Gedeih und Verderb.
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In diesem Jahr stellt Eichholz-Klein eine dramatische Veränderung fest. Die Händler, locken mit immer aggressiveren Billigangeboten. „Häufig um jeden Preis“, sagt Eichholz-Klein.
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Um das zu verhindern, gehen die Händler nun volles Risiko. Sie senken ihre Preise, bis an die Schmerzgrenze oder darüber hinaus. Sollten sich die Kunden nicht begeistern lassen, droht schlimmer Schaden. Dann haben Firmen ihre Marketing-Budgets schon im Januar verschossen und keine finanziellen Reserven mehr, die Kauflust im Laufe des Jahres noch zu wecken.
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„Viele haben sich an die günstigen Preise gewöhnt“, sagt Expertin Eichholz-Klein.
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Schon im vergangenen Jahr traf die Krise laut der Gesellschaft für Konsumforschung, kurz GfK, jeden fünften Haushalt in Deutschland mit voller Wucht. Sei es, weil der Hauptverdiener entlassen oder zumindest in Kurzarbeit geschickt wurde. Macht 18,7 Millionen Menschen mit Existenzängsten. Macht mehr Menschen, die weniger einkaufen. Oder nur noch billig.
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Die Bundesagentur für Arbeit rechnet im neuen Jahr im Schnitt mit 4,1 Millionen Arbeitslosen, rund 600000 mehr als im vergangenen Jahr.
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Statistisch betrachtet, verlieren die Händler mit jeder Kündigung, die in Deutschland ausgesprochen wird, vier Kunden. Einen, der seinen Job verliert und drei Menschen aus dessen Umfeld: Freunde und Nachbarn, die ebenfalls mehr als bisher auf ihr Geld achten – aus Angst, es könnte auch sie bald treffen.
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Wenn sich aber einmal die Preisspirale nach unten dreht, ist sie nur noch schwer aufzuhalten – in den meisten Fällen erst, wenn sich die schwächsten Spieler aus dem Markt verabschiedet haben.
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Wie tief schon jetzt die Spuren sind, die die Rabatte in den Bilanzen des Handels hinterlassen, zeigt eine Studie der Unternehmensberatung Simon Kucher: Allein beim größten deutschen Einzelhandelskonzern Metro, zu dem Kaufhof oder Media Markt gehören, würde nach Berechnungen eine Senkung der Preise um durchschnittlich zwei Prozent am Jahresende 96 Prozent weniger Gewinn bedeuten.
Das kann sich kein Händler über lange Zeit leisten.
Sie können sich darauf verlassen dass der Trend zu Billigangeboten in Branchen mit Überangebot noch einige Zeit bestehen bleibt. Dies wird weitere Insolvenzen mit sich bringen und, ausgehend vom Handel über die Verzögerung der Lagerhaltung, deflationäre Wellen zu den Produzenten senden.
Sie sollten sich allerdings nicht darauf verlassen dass Ihr Monatsbudget dadurch nennenswert entlastet wird. Rechnen Sie mit steigenden Preisen für Lebensmittel. Beispielsweise Zucker ist Ende letzter Woche so teuer gewesen wie in den letzten 29 Jahren nicht mehr.
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