Vor gut zwei Monaten prognostizierte Prof. Norbert Walter, Chefvolkswirt der Deutschen Bank, einen Konjunkturrückgang um 5% in Deutschland in 2009. Und das nur unter bestimmten Bedingungen; ansonsten könne die WIrtschaft sogar stärker schrumpfen. Auch warf er Wirtschaft und Politik Ignoranz vor und meinte, alle anderen bisherigen Prognosen seien bis Ostern überholt.
Allein daran dass bis zu dem Zeitpunkt sämtliche Prognosen ständig nach unten korrigiert werden mussten konnte man zumindest ahnen, dass der Mann Recht hatte. Doch erst jetzt, da selbst die
Bundesregierung mit 6% Konjunkturrückgang in 2009 rechnet, wird man ihm das wohl offiziell zugestehen. Zuvor sah er sich als
Schwarzseher heftiger Kritik ausgesetzt.
Können wir hierzulande den Fakten nicht einfach ins Auge schauen?
Täglich stehen Menschen in Führungspositionen vor der Entscheidung, andere Menschen entweder als mündig und verantwortungsbewusst oder als unmündig und ahnungslos zu behandeln.
In einer Demokratie kann hier grundsätzlich kein Zweifel daran bestehen, dass die Bürger als mündig betrachtet werden. Ansonsten wäre die Existenz des Wahlrechts nicht erklärbar.
Dass darüber hinaus Regelungen (wie das Widerrufsrecht von Haustürgeschäften) zum Schutz der Bürger bestehen trägt menschlichen Schwächen Rechnung, kann aber nicht bedeuten dass Menschen nicht dazu fähig sind, Verantwortung zu tragen.
Am liebsten tragen Menschen übrigens Verantwortung wenn dies auch belohnt wird.
Ich hätte es als sehr verantwortungsbewusst seitens der Politiker angesehen, wenn sie mit Prof. Walter gesprochen und seine Einschätzung nüchtern erwogen hätten. Danach hätten sie mehrere Szenarien durchspielen und sich darauf vorbereiten können.
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