Wer mit dem Gedanken spielt, die USA verfolgten das Ziel den US-Dollar in naher Zukunft abzuwerten, kann in aktuellen Nachrichten weitere Indizien für diesen möglichen Plan sehen.
Um sich auf das Gedankenspiel überhaupt einzulassen ist es interessant zu wissen dass die US-amerikanische Verfassung dem US-Kongress die Befugnis zugesteht, den Wert des US-Dollar sowie fremder Währungen festzulegen: [The Congress shall have power] [...] To coin money, regulate the value thereof, and of foreign coin, and fix the standard of weights and measures. Wer eine ähnliche Befugnis seitens der EU für den Euro ausfindig machen kann melde sich bitte; so weit ich sehen kann ist der Wert des Euro der Kraft der Finanzmärkte unterworfen.
Montag, 10. August 2009
Gedankenspiel: Schritte auf den möglichen Wegen zur Abwertung des US-Dollar
Was bisher geschah:
Es kursiert das Gerücht, dass die USA den US-Dollar im Herbst oder Winter 2009 abwerten wollen; in einem Gedankenexperiment hatten wir die Plausibilität einer solchen Maßnahme im Zusammenhang mit der möglichen Einführung des Amero beleuchtet. Unterdessen haben die USA erkannt, dass sie sich nur mit Hilfe ausländischer Kaufkraft erholen können; hierzu müssten die Exporte kräftig anziehen und dafür wäre eine Abwertung des US-Dollar günstig. Hauptproblem dieses Szenarios bleibt der Ölpreis; siehe hierzu weiter unten.
Da die BRIC-Staaten von ihrer Kritik am US-Dollar als Welrtreservewährung nicht ablassen hatten wir in einem weiteren Gedankenexperiment überlegt, ob die Ablösung des US-Dollar als Leitwährung durch die Sonderziehungsrechte des Internationalen Währungsfonds einen Kompromiss zwischen Werterhalt für die Gläubiger der USA und Machterhalt für die USA darstellen kann. Die offiziellen Ergebnisse des letzten Treffens zwischen China und den USA waren im Vergleich zur vorangegangenen Rhetorik so schwach, dass es nicht verwundern würde wenn die Pressemitteilung nicht alle angesprochenen Themen nennt. Dass China zuletzt zwei Auktionen von Staatsanleihen ferngeblieben ist passt symbolisch ins Bild.
Unterdessen nimmt der Druck auf die US-Zentralbank Federal Reserve weiter zu, worunter der Doppelstatus des US-Dollar als nationale Währung und Leitwährung ebenso leidet wie die Glaubwürdigkeit der Federal Reserve.
Neu in dieser Folge:
Wohl vorrangig US-amerikanische Anleger haben als Folge des konsequenten Machtkampfes der USA um die Offenlegung von Bankguthaben in der Schweiz erhebliche Guthaben von der schweizer Bank UBS abgezogen. Dies begünstigt eine "gerechtere" Abwertung des US-Dollar (auf Schweizer Franken lautende Auslandsguthaben würden ihre Besitzer über Nacht reicher werden lassen).
Mit hohen Strafzahlungen wollen die USA ab sofort die Manipulation des Ölpreises bestrafen. In Anbetracht der Indizien für Marktmanipulationen, die seitens der USA selbst betrieben werden, darf man diese Maßnahme getrost als etwas einseitig bezeichnen (US-Wertpapierhändler und Investmentberater: Eine Kraft an den Märkten hält sie oben / Danke, Amerika! / Fondsmanager: Gegen Verschwörungstheorien, aber "Manipulation nicht ganz so unglaubwürdig" / US-Wertpapierhändler: Marktmanipulation, Fakten widersprechen Prognosen, absichtlich irreführende offizielle Zahlen, Computerprogramme dominieren Aktienkurse, Handelsvolumen ist nicht Liquidität). Die Androhung der Strafe in Höhe von einer Million US-Dollar pro Börsentag, an dem sich die Manipulation am Markt auswirkt, könnte abschreckend genug sein um Investoren davon abzuhalten auf steigende Ölpreise zu setzen. Da böte es sich doch für große US-Finanzinstitute an auf fallende Ölpreise zu wetten. Eine gute Vorbereitung für eine Entwertung des US-Dollar.
Allerdings drängt die Zeit so oder so. Im Februar 2009 hatte IEA-Direktor Nobuo Tanaka bereits vor Rekord-Ölpreisen im Jahr 2010 sowie einer Ölkrise im Jahr 2013 gewarnt, da derzeit wichtige Investitionen zur Erschließung dringend benötigter Quellen nicht stattfänden und unter der Annahme, dass die Nachfrage ab 2010 wieder steige. Im August 2009 hat Fatih Birol, Chefökonom der IEA, diese Warnung nun wiederholt.
Öl beiseite, hier kommt Government Motors. Und eine große Überraschung.
Die US-Abwrackprämie Cash for Clunkers ist ein riesiger Erfolg, daher wird sie jetzt aufgestockt. Wer hätte das gedacht: Die Regierung verschenkt Geld, und die Menschen greifen zu. Vielleicht ist das aber doch kein so großer Erfolg. Vor neun Jahren brachte die Einführung der 0%-Finanzierung 21 Millionen verkaufte Fahrzeuge. Vor vier Jahren führte die Ausweitung von Mitarbeiter-Rabatten zu 20 Millionen verkauften Fahrzeugen. Per Juli 2009 führt das Verschenken von Geld zu annualisiert 11 Millionen verkauften Fahrzeugen. Wirklich ein Erfolg?
Egal: General Motors will sich an der Börse neues Kapital beschaffen, und die Verlangsamung des Arbeitsplatzabbaus in den USA im Juli 2009 (die wohl aufgrund demographischer Effekte als Verringerung der Arbeitslosenquote ausgewiesen werden konnte) geht zum allergrößten Teil auf die Automobilindustrie zurück.
Man glaubt entweder an die Nachhaltigkeit dieser Entwicklung oder nicht. Wir möchten daran erinnern dass Unternehmen ursprünglich dafür zuständig sind, Bedarf am Markt zu decken. Der weltgrößte Bedarf, nämlich der US-Verbraucher, hat sich während der letzten 25 Jahre überschuldet.
Wir glauben daher immer noch, dass ein völlig anderer Schritt, nämlich die Abwertung des US-Dollar, die bestehenden Kalamitäten auflösen könnte. Denn auch was die Entwicklung des US-Dollar betrifft glauben wir trotz seiner Problembelastung nicht, dass er kurzfristig im Wert fallen wird. Und das würde die neue Fokussierung auf Exporte massiv behindern.
Doch wer weiß. General Motors will ab morgen Autos über eBay versteigern. Das klingt wie die perfekte Symbiose zweier Unternehmen mit gescheitertem Geschäftsmodell... auf Kosten Anderer, insbesondere der Händler... und der Hersteller denen die Unterstützung der Regierung fehlt und die daher auf realistische Verkaufspreise angewiesen sind um die Produktionskosten zu begleichen.
Insofern ist es auch denkbar, dass der US-Automobilindustrie schlicht dramatisch sinkende Einkommen bevorstehen... was wegen zu erwartender aggressiver Exportstrategien mittelfristig entsprechende weltweite Auswirkungen haben wird.
Wir fragten bereits im Juni:
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Es kursiert das Gerücht, dass die USA den US-Dollar im Herbst oder Winter 2009 abwerten wollen; in einem Gedankenexperiment hatten wir die Plausibilität einer solchen Maßnahme im Zusammenhang mit der möglichen Einführung des Amero beleuchtet. Unterdessen haben die USA erkannt, dass sie sich nur mit Hilfe ausländischer Kaufkraft erholen können; hierzu müssten die Exporte kräftig anziehen und dafür wäre eine Abwertung des US-Dollar günstig. Hauptproblem dieses Szenarios bleibt der Ölpreis; siehe hierzu weiter unten.
Da die BRIC-Staaten von ihrer Kritik am US-Dollar als Welrtreservewährung nicht ablassen hatten wir in einem weiteren Gedankenexperiment überlegt, ob die Ablösung des US-Dollar als Leitwährung durch die Sonderziehungsrechte des Internationalen Währungsfonds einen Kompromiss zwischen Werterhalt für die Gläubiger der USA und Machterhalt für die USA darstellen kann. Die offiziellen Ergebnisse des letzten Treffens zwischen China und den USA waren im Vergleich zur vorangegangenen Rhetorik so schwach, dass es nicht verwundern würde wenn die Pressemitteilung nicht alle angesprochenen Themen nennt. Dass China zuletzt zwei Auktionen von Staatsanleihen ferngeblieben ist passt symbolisch ins Bild.
Unterdessen nimmt der Druck auf die US-Zentralbank Federal Reserve weiter zu, worunter der Doppelstatus des US-Dollar als nationale Währung und Leitwährung ebenso leidet wie die Glaubwürdigkeit der Federal Reserve.
Neu in dieser Folge:
Wohl vorrangig US-amerikanische Anleger haben als Folge des konsequenten Machtkampfes der USA um die Offenlegung von Bankguthaben in der Schweiz erhebliche Guthaben von der schweizer Bank UBS abgezogen. Dies begünstigt eine "gerechtere" Abwertung des US-Dollar (auf Schweizer Franken lautende Auslandsguthaben würden ihre Besitzer über Nacht reicher werden lassen).
Mit hohen Strafzahlungen wollen die USA ab sofort die Manipulation des Ölpreises bestrafen. In Anbetracht der Indizien für Marktmanipulationen, die seitens der USA selbst betrieben werden, darf man diese Maßnahme getrost als etwas einseitig bezeichnen (US-Wertpapierhändler und Investmentberater: Eine Kraft an den Märkten hält sie oben / Danke, Amerika! / Fondsmanager: Gegen Verschwörungstheorien, aber "Manipulation nicht ganz so unglaubwürdig" / US-Wertpapierhändler: Marktmanipulation, Fakten widersprechen Prognosen, absichtlich irreführende offizielle Zahlen, Computerprogramme dominieren Aktienkurse, Handelsvolumen ist nicht Liquidität). Die Androhung der Strafe in Höhe von einer Million US-Dollar pro Börsentag, an dem sich die Manipulation am Markt auswirkt, könnte abschreckend genug sein um Investoren davon abzuhalten auf steigende Ölpreise zu setzen. Da böte es sich doch für große US-Finanzinstitute an auf fallende Ölpreise zu wetten. Eine gute Vorbereitung für eine Entwertung des US-Dollar.
Allerdings drängt die Zeit so oder so. Im Februar 2009 hatte IEA-Direktor Nobuo Tanaka bereits vor Rekord-Ölpreisen im Jahr 2010 sowie einer Ölkrise im Jahr 2013 gewarnt, da derzeit wichtige Investitionen zur Erschließung dringend benötigter Quellen nicht stattfänden und unter der Annahme, dass die Nachfrage ab 2010 wieder steige. Im August 2009 hat Fatih Birol, Chefökonom der IEA, diese Warnung nun wiederholt.
Öl beiseite, hier kommt Government Motors. Und eine große Überraschung.
Die US-Abwrackprämie Cash for Clunkers ist ein riesiger Erfolg, daher wird sie jetzt aufgestockt. Wer hätte das gedacht: Die Regierung verschenkt Geld, und die Menschen greifen zu. Vielleicht ist das aber doch kein so großer Erfolg. Vor neun Jahren brachte die Einführung der 0%-Finanzierung 21 Millionen verkaufte Fahrzeuge. Vor vier Jahren führte die Ausweitung von Mitarbeiter-Rabatten zu 20 Millionen verkauften Fahrzeugen. Per Juli 2009 führt das Verschenken von Geld zu annualisiert 11 Millionen verkauften Fahrzeugen. Wirklich ein Erfolg?
Egal: General Motors will sich an der Börse neues Kapital beschaffen, und die Verlangsamung des Arbeitsplatzabbaus in den USA im Juli 2009 (die wohl aufgrund demographischer Effekte als Verringerung der Arbeitslosenquote ausgewiesen werden konnte) geht zum allergrößten Teil auf die Automobilindustrie zurück.
Man glaubt entweder an die Nachhaltigkeit dieser Entwicklung oder nicht. Wir möchten daran erinnern dass Unternehmen ursprünglich dafür zuständig sind, Bedarf am Markt zu decken. Der weltgrößte Bedarf, nämlich der US-Verbraucher, hat sich während der letzten 25 Jahre überschuldet.
Wir glauben daher immer noch, dass ein völlig anderer Schritt, nämlich die Abwertung des US-Dollar, die bestehenden Kalamitäten auflösen könnte. Denn auch was die Entwicklung des US-Dollar betrifft glauben wir trotz seiner Problembelastung nicht, dass er kurzfristig im Wert fallen wird. Und das würde die neue Fokussierung auf Exporte massiv behindern.
Doch wer weiß. General Motors will ab morgen Autos über eBay versteigern. Das klingt wie die perfekte Symbiose zweier Unternehmen mit gescheitertem Geschäftsmodell... auf Kosten Anderer, insbesondere der Händler... und der Hersteller denen die Unterstützung der Regierung fehlt und die daher auf realistische Verkaufspreise angewiesen sind um die Produktionskosten zu begleichen.
Insofern ist es auch denkbar, dass der US-Automobilindustrie schlicht dramatisch sinkende Einkommen bevorstehen... was wegen zu erwartender aggressiver Exportstrategien mittelfristig entsprechende weltweite Auswirkungen haben wird.
Wir fragten bereits im Juni:
Sagt Geithner den Chinesen hier, dass sie ihre US-Dollars in Heerscharen von US-Beratern investieren sollen, die ihnen zeigen wie sie ihre Standards heben und ihre Wirtschaft umstrukturieren... während Obama zeitgleich die General-Motors-Angestellten daheim auf niedrigere Löhne einstimmt? Werden die Berater in China auch weniger verdienen? Ist es das, was hier geschieht? Werden die USA ihr eigenes Niedriglohnland?
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