Die USA und China wollen sich trotz immer deutlicherer Anzeichen für eine Ende der Weltwirtschaftskrise nicht übereilt aus ihren Konjunkturprogrammen verabschieden. Beide Seiten stimmten überein, dass die Maßnahmen zur Ankurbelung der Wirtschaft "nicht zu früh" beendet werden sollten, sagte ein Sprecher des US-Finanzministeriums am Montag (Ortszeit). Es müsse vermieden werden, dass sich neue Ungleichgewichte oder Blasen wie im US-Immobiliensektor bildeten, hieß es am Ende des ersten Konferenztages eines gemeinsamen Strategie- und Wirtschaftsforums in Washington.
Diese Meldung sagt uns, dass die Gespräche bislang zäh und ergebnislos verliefen... oder dass sie in Wahrheit einen anderen Themenschwerpunkt haben. Denn die dargebotene Information ist völlig sinnfrei... und es ist nicht sehr wahrscheinlich dass sich hochrangige Regierungsvertreter der USA und Chinas zwei Tage lang treffen um Phrasen auszutauschen:
Die USA haben mehrfach betont dass sie mit einem vollständigen Abruf der Mittel des Konjunkturprogramms erst Mitte 2010 rechnnen und dass die Effekte zeitverzögert einsetzen. Bislang verwenden die meisten US-Bundesstaaten die Mittel aus dem Stimulus-Programm allerdings, um kurzzeitige Probleme zu beheben, etwa die Entlassung von Lehrern zu vermeiden, Haushaltsdefizite zu verbessern und medizinische Hilfen für Bedürftige zu bewilligen. Damit verfehlen die Programme ihren Zweck, da mit ihnen nicht die Ursachen, sondern die Symptome bekämpft werden.
In China gibt es hingegen Anzeichen für hektische Wirtschaftsaktivitäten und Zwänge, Kredite zu vergeben. Damit sind die sofortigen Effekte wesentlich stärker, es steht jedoch zu befürchten dass hierdurch neue Probleme geschaffen werden.
Man darf nicht ernsthaft davon ausgehen dass die USA und China sich in den Gesprächen über die Details ihrer Konjunkturprogramme auseinandersetzen. Was jeweils "nicht zu früh" bedeutet wäre auf sehr komplexe Art und Weise zu ermitteln und wäre wohl nicht unumstritten.
Dass neue Blasen und Ungleichgewichte vermieden werden müssen klingt interessant, ist aber wenig glaubwürdig. Es wurde nachweislich versucht die US-Immobilienblase herbeizuführen um die wirtschaftlichen Folgen des Platzens der Dotcom-Blase abzumildern. Und dass China mit seinem gigantischen Konjunkturprogramm keine einzige Blase erzeugen wird daf als extrem unwahrscheinlich gelten.
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