Leistungsfähige Computer, von denen manche direkt neben denen von Aktienmärkten wie der New York Stock Exchange untergebracht sind, ermöglichen es Hochfrequenz-Händlern, Millionen von Transaktionen blitzschnell durchzuführen und, wie Kritiker meinen, Milliarden US-Dollar auf Kosten der anderen Marktteilnehmer einzuheimsen.
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Fast jeder an der Wall Street fragt sich, wie Hedgefonds und große Finanzinstitute wie Goldman Sachs so rasch nach dem beinahe-Zusammenbruch des Finanzsystems so viel Geld verdienen könnnen. Hochfrequenz-Handel ist eine der Antworten.
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"Damit wird das ganze Geld verdient", sagt William H. Donaldson, früherer Präsident und Hauptgeschäftsführer der New York Sock Exchange, der heute als Berater für einen großen Hedge-Fonds tätig ist. "Wer da als Investor nicht mithalten kann erleidet einen großen Nachteil."
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Oft irritiert Hochfrequenz-Handel andere Investoren, indem Handelsaufträge platziert und fast sofort wieder storniert werden. Börsenregeln bieten Hintertüren, die den Hochgeschwindigkeits-Händlern einen Blick auf die Absichten anderer Händler ermöglichen. Und ihre Computer können langsamere Händler tatsächlich dazu bringen, Profite abzugeben — und verschwinden bevor ihr Auftauchen überhaupt bemerkt wurde.
Zudem profitieren Hochfrequenz-Händler vom Wettbewerb der Börsen, die üblicherweise dem schnellsten professionellen Händler eine Gebühr von 0,25 US-Cent pro Aktie erstatten, und diese Erstattung wird meist vom größten und aktivsten Händler eingestrichen.
"Das ist ein technologisches Wettrüsten geworden, und die Gewinner grenzen sich von den Verlierern einzig durch ihre Geschwindigkeit ab", sagt Josph M. Mecane von NYSE Euronext, dem Betreiber der New York Stock Exchange. "Die Märkte benötigen Liquidität, und Hochfrequenz-Händler bieten den anderen Investoren die Gelegenheit um zu kaufen und zu verkaufen."
Der zunehmende Hochfrequenz-Handel bietet eine gute Erklärung dafür dass die Aktivität an den US-Börsen so stark zugenommen hat. Daten der NYSE zufolge ist das tägliche Handelsvolumen seit 2005 um 164% gestiegen. Obgleich genaue Zahlen nicht erfasst werden zeichnet nach Angabe der Börsen eine Hand voll Hochfrequenz-Händler inzwischen für über die Hälfte aller Transaktionen verantwortlich. Um die Welt dieser Hochgeschwindigkeits-Transaktionen zu verstehen werfen wir einen Blick auf die Ereignisse vor einigen Tagen, als langsamere Händler gegen die Hochgeschwindigkeits-Computer antraten und den blitzschnellen Händlern Gewinne überlassen mussten.
Am Vorabend des 15. Juli veröffentlichte Intel seine solide Gewinnmitteilung. Einige Investoren auf der Suche nach einer Kaufgelegenheit wollten daraufhin Broadcom-Aktien erwerben (diese Information stammt von einem Händler eines namhaften Unternehmens an der Wall Street, der aus Sorge um seinen Arbeitsplatz um Anonymität bat). Die langsameren Investoren befanden sich in der Zwickmühle: Würden sie eine große Menge Broadcom-Aktien in einer einzigen Transaktion erwerben, würden sie ihre Absichten offenlegen und so einen Preisanstieg der Aktien riskieren. Also wollten sie stattdessen wie üblich Dutzende kleinerer Kaufaufträge erteilen, um so hoffentlich unentdeckt zu bleiben. Eine Sekunde nach Handelsbeginn wechselten die ersten Broadcom-Aktien für 26,20 US-Dollar den Besitzer.
Die langsameren Investoren begannen, ihre Aufträge zu erteilen. Doch höchstwahrscheinlich wurden einige dieser Aufträge nicht für alle Verkäufer sichtbar sondern für 30 Millisekunden wenigen Hochfrequenz-Händlern für "Immediate-or-Cancel"-Aufträge angeboten. Normalerweise sollten Märkte Transparenz gewährleisten indem sie alle Teilnehmer gleichzeitig über Aufträge informieren. Hintertüren in den Regelungen ermöglichen jedoch dass Aktienmärkte wie die Nasdaq Aufträge gegen Gebühr zunächst zahlenden Händlern für einen kurzen Moment lang unterbreiten.
In weniger als einer halben Sekunde erhielten Hochfrequenz-Händler einen wertcollen Einblick: Die Nachfrage nach Broadcom-Aktien stieg. Ihre Computer begannen Broadcom-Aktien zu erwerben und zu höheren Preisen an langsamere Investoren zu verkaufen. Der Preis der Aktien stieg.
Innerhalb kurzer Zeit wurde die Hochfrequenz-Software aktiv und flutete den Markt mit Tausenden Aufträgen. Comuterprogramme platzierten kleinvolumige Aufträge und stornierten sie innerhalb von Millisekunden wieder um herauszufinden wie viel langsamere Investoren zu zahlen bereit wären. Schnell fanden sie heraus dass das Kaufpreis-Limit eines langsameren Käufers bei 26,40 US-Dollar lag. Der Preis stieg auf 26,39 und die Hochgeschwindigkeits-Programme begannen Hunderttausende Broadcom-Aktien zu diesem Preis anzubieten.
Im Ergebnis zahlten langsamere Investoren 1,4 Millionen US-Dollar für rund 56.000 Aktien und somit 7.800 US-Dollar mehr als wenn sie so schnell gewesen wären wie die Hochgeschwindigkeits-Händler.
Mit Tausenden solcher Aktivitäten pro Tag lassen sich erhebliche Gewinne erwirtschaften. Die Marktforscher der Tabb Group schätzen, dass im Jahr 2008 durch Hochfrequenz-Handel 21 Milliarden US-Dollar erwirtschaftet wurden.
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Ein ehemaliger Mitarbeiter von Goldman Sachs wird derzeit beschuldigt, die hauseigene Trading-Software gestohlen zu haben.
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