Zur Verschuldungssituation der USA gibt es verschiedene Zahlen und Betrachtungsweisen. Zeit für eine fundierte Betrachtung.
Freitag, 17. Juli 2009
Details zur Verschuldung der USA
CIA World Factbook: Verschuldung der USA bezüglich Bruttoinlandsprodukt
Im World Factbook des US-Auslandsnachrichtendienst CIA wird die Staatsverschuldung dem Bruttoinlandsprukt gegenübergestellt. In diesem Schnappschuss der Seite mit der Quote von Staatsschulden und Bruttoinlandsprodukt mit den Daten des Jahres 2007 sehen wir, dass beispielsweise Deutschland mit 64,9% seines Bruttoinlandsprodukts im Verhältnis zu seiner wirtschaftlichen Leistung höher verschuldet ist als die USA mit 60,8%.
Vergleichbarkeit der Bruttoinlandsprodukte
Wir haben bereits gesehen dass die USA ihre Inflationsrate auf eine Art berechnen die das Bruttoinlandsprodukt höher ausweist als dies Berechnungsmethoden anderer Nationen ermöglichen.
Anscheinend weist das CIA World Factbook das Bruttoinlandsprodukt nach der Entstehungsrechnung aus; der Außenbeitrag wird nicht betrachtet:
Wegen des massiven Handelsbilanzdefizits der USA (wesentlich mehr Importe als Exporte) würde das Bruttoinlandsprodukt der USA bei Anwendung der Verwendungsberechnung kleiner ausfallen und die Verschuldung im Vergleich zum Bruttoinlandsprodukt daher unvorteilhafter ausfallen.
Vergleichbarkeit der Schuldenaufnahme
Weiterhin nutzt jeder Staat Sondervermögen zur Finanzierung von Aktivitäten außerhalb des Haushalts. In Deutschland beispielsweise zur Finanzierung der Wiedervereinigung, in den USA zur Finanzierung der Irak- und Afghanistan-Kriege. Es gibt keine Anzeichen dafür dass das CIA World Factbook diese Kosten in seine Betrachtung einbezieht.
In den USA werden, anders als in Deutschland, auch sämtliche Sozialleistungen seit 1992 außerhalb des Staatshaushalts geführt. Diese haben in den USA bislang zu einem Gewinn geführt. Diese Gewinne wurden jedoch offenbar beliehen, so dass eine offizielle Schuldenaufnahme in gleicher Größenordnung umgangen werden konnte; eine genaue Darlegung würde jedoch den Rahmen dieses Artikels sprengen.
Die Vergleichbarkeit der Zahlen ist daher eingeschränkt und das CIA World Factbook leistet zu ihrer Verbesserung keinen Beitrag. Dies belegt auch folgendes Zitat:
CIA World Factbook: Zahlungsbilanz
Die Unausgewogenheit der weltweiten wirtschaftlichen Aktivitäten wird am deutlichsten bei einem Blick auf die Zahlungsbilanz. Aus dem selben Stand des CIA World Factbook, Schätzungen für 2008:
1 China ($ 368,200,000,000)
2 Germany ($ 267,100,000,000)
3 Japan ($ 187,800,000,000)
4 Saudi Arabia ($ 151,000,000,000)
5 Russia ($ 97,600,000,000)
6 Norway ($ 84,350,000,000)
7 Kuwait ($ 65,210,000,000)
8 European Union ($ 51,400,000,000)
9 Venezuela ($ 48,440,000,000)
10 Netherlands ($ 47,000,000,000)
...
191 United States ($ -568,800,000,000)
Dieses Zahlungsbilanzdefinzit von knapp 5% des Bruttoinlandsprodukts der USA muss finanziert werden.
CIA Wold Factbook: Kreditvergabe der Banken
Die mangelnde Transparenz der Herkunft und genauen Berechnung der Daten im CIA World Factbook ist nicht besonders hilfreich. Auch die Konsistenz beeindruckt nicht. So listet beispielsweise die Rangfolge der Kreditvergabe per Ende 2007/Frühjahr 2008 (Obacht, verlinkte Seite wird akuell gehalten) auszugsweise folgende Einträge:
1: European Union ($ 20,940,000,000,000)
2: United States ($ 14,150,000,000,000)
4: France ($ 5,739,000,000,000)
6: United Kingdom ($ 5,278,000,000,000)
7: Germany ($ 5,081,000,000,000)
8: Spain ($ 3,724,000,000,000)
9: Italy ($ 3,084,000,000,000)
11: Netherlands ($ 1,876,000,000,000)
Diese Summen sollen die Kreditvergabe der Banken der jeweiligen Staaten an nicht-Banken wiedergeben:
5,7 + 5,3 + 5,1 + 3,7 + 3,1 + 1,9 = 24,8. Entweder die CIA versteht den Unterschied zwischen der Europäischen Union und der Eurozone nicht (Großbritannien ist Mitglied der Europäischen Union, nicht aber der Eurozone mit dem Euro als Gemeinschaftswährung) oder die Zahlen sind unzutreffend. Wie auch immer, Vorsicht scheint geboten.
Erstaunlich ist jedenfalls die vergleichsweise geringe Kreditvergabe der US-Banken. Aber auch hier ist Vergleichbarkeit nicht unbedingt gegeben.
Hypothekendarlehen und die Beleihung der nicht bezahlten Immobilie aufgrund ihrer "Wertsteigerung"
Für das Bruttoinlandsprodukt der EU gibt dieselbe Ausgabe des World Factbook umgerechnet geschätzt 18,85 Billionen US-Dollar für 2008 an, für die USA 14,33 Billionen US-Dollar. Damit läge die Kreditvergabe der EU-Banken an nicht-Banken im Jahr 2007 in der EU bei 111% des geschätzten 2008er Bruttoinlandsprodukts, in den USA bei 99%.
Hypothekendarlehen scheinen zumindest für die USA in diesen Zahlen nicht enthalten zu sein. Im Zusammenhang mit der Verstaatlichung der ohnehin staatlich subventionierten (Government Sponsored Enterprises) Hypothekenfinanzierer Fannie Mae und Freddie Mac schreibt die Frankfurter Allgemeine am 8. September 2008:
Bei einem Hypothekenvolumen von 11 Billionen US-Dollar erscheint es nicht plausibel dass diese in den 14,2 Billionen US-Dollar enthalten sein sollen.
Fannie Mae und Freddie Mac arbeiten übrigens wie Banken mit Hebeln bei der Kreditvergabe, müssen aber durch Sonderregelungen hierfür wesentlich weniger Eigenkapital vorhalten als Banken. In Deutschland hingegen ist das Bausparen recht populär; es basiert darauf nur Geld auszuzahlen das auch bereits eingezahlt wurde und stellt daher eine für sich genommen ungehebelte Mittelvergabe dar.
Wie steht es mit den Beträgen, mit denen US-Amerikaner die Preissteigerungen ihrer nicht abbezahlten Häuser beliehen haben? Der Stern schreibt am 29. März 2008:
Ist dieser Betrag in der Zahl aus dem Factbook enthalten?
US-Kreditkarten sind wirklich Kreditkarten
Wie steht es mit den Kreditkartenschulden der US-Amerikaner? In den USA muss man, anders als in Deutschland, seine Kreditkarten-Rechnung am Ende des Monats nicht bezahlen, sondern nur die Zinsen (daher die Bezeichnung Kreditkarte). Die eigentliche Bonitätsprüfung und Kreditvergabe fürhren die ausgebenden Unternehmen durch. In Deutschland sind dies meist Geschäftsbanken, in den USA eher nicht. Über welchen Betrag sprechen wir? n-tv.de am 9. November 2007:
Es darf bezweifelt werden ob dieses Kreditvolumen in den Zahlen des CIA World Factbook enthalten ist, da beispielsweise das Kreditkarten-Unternehmen American Express vermutlich nicht als Bank zählt.
Schattenbanken-System / Nichtbank-Finanzsystem / Currency Carry Trades
Die großen Finanzinstitutionen der Wall Street gelten streng genommen nicht als Banken. Ob ihre vergebenen Kredite im CIA World Factbook als "Bankenkredit" gelistet sind ist nicht sicher. Das von ihnen mitgegründete Schattenbanken-System ist es ganz sicher nicht. Der damalige Präsident der New Yorker US-Zentralbank Federal Reserve und heutige US-Finanzminister Timothy Geithner bezifferte die Volumina im "Nichtbank-Finanzsystem" auf im engeren Sinne 2,2 Billionen US-Dollar.
Die intensive Nutzung von Currency Carry Trades schließlich, bei denen Kredite in einer Währung vorrangig wegen ihres niedrigen Zinssatzes aufgenommen werden, um sie in eine andere Währung umzutauschen und so (unter erheblichen Risiken) außerhalb des Niedrigzins-Wirtschaftsraumes in den Genuss der günstigen Zinsen zu kommen, lässt die Fakten weiter verschwimmen.
Fazit
Per Nennbetrag sind die USA heute die am höchsten verschuldete Nation und waren es auch per Ende 2007.
Ob diese Verschuldung in angemessenem Verhältnis zur wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit steht ist sehr schwer zu beurteilen. Auf den ersten Blick scheint es so. Das im internationalen Vergleich geschönte US-Bruttoinlandsprodukt, das zudem zum großen Teil auf im Ausland erwrtschafteten Gewinnen der häufig international tätigen Unternehmen beruht, stimmt ebenso nachdenklich wie das Handelsbilanzdefizit. Hinzu kommen die überschuldeten US-Verbraucher, die durch ihren bisherigen Konsum 70% des Bruttoinlandsprodukts der USA getragen haben. Die Finanzierung der Kriege sowie der Sozialleistungen außerhalb des Staatshaushalts erschweren jeden Vergleich zusätzlich. Der kreative Umgang mit Finanzmarktprodukten dämpft die Aussagekraft der Zahlen des Bankensektors.
Dem Zahlenwerk im CIA World Factbook sollte mit einer gewissen Skepsis begegnet werden. Obwohl dort beispielsweise eigene Kaufkraftberechnungen durchgeführt werden berücksichtigt es nationale Besonderheiten anscheinend kaum.
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Im World Factbook des US-Auslandsnachrichtendienst CIA wird die Staatsverschuldung dem Bruttoinlandsprukt gegenübergestellt. In diesem Schnappschuss der Seite mit der Quote von Staatsschulden und Bruttoinlandsprodukt mit den Daten des Jahres 2007 sehen wir, dass beispielsweise Deutschland mit 64,9% seines Bruttoinlandsprodukts im Verhältnis zu seiner wirtschaftlichen Leistung höher verschuldet ist als die USA mit 60,8%.
Vergleichbarkeit der Bruttoinlandsprodukte
Wir haben bereits gesehen dass die USA ihre Inflationsrate auf eine Art berechnen die das Bruttoinlandsprodukt höher ausweist als dies Berechnungsmethoden anderer Nationen ermöglichen.
Anscheinend weist das CIA World Factbook das Bruttoinlandsprodukt nach der Entstehungsrechnung aus; der Außenbeitrag wird nicht betrachtet:
This entry gives the gross domestic product (GDP) or value of all final goods and services produced within a nation in a given year.
Wegen des massiven Handelsbilanzdefizits der USA (wesentlich mehr Importe als Exporte) würde das Bruttoinlandsprodukt der USA bei Anwendung der Verwendungsberechnung kleiner ausfallen und die Verschuldung im Vergleich zum Bruttoinlandsprodukt daher unvorteilhafter ausfallen.
Vergleichbarkeit der Schuldenaufnahme
Weiterhin nutzt jeder Staat Sondervermögen zur Finanzierung von Aktivitäten außerhalb des Haushalts. In Deutschland beispielsweise zur Finanzierung der Wiedervereinigung, in den USA zur Finanzierung der Irak- und Afghanistan-Kriege. Es gibt keine Anzeichen dafür dass das CIA World Factbook diese Kosten in seine Betrachtung einbezieht.
In den USA werden, anders als in Deutschland, auch sämtliche Sozialleistungen seit 1992 außerhalb des Staatshaushalts geführt. Diese haben in den USA bislang zu einem Gewinn geführt. Diese Gewinne wurden jedoch offenbar beliehen, so dass eine offizielle Schuldenaufnahme in gleicher Größenordnung umgangen werden konnte; eine genaue Darlegung würde jedoch den Rahmen dieses Artikels sprengen.
Die Vergleichbarkeit der Zahlen ist daher eingeschränkt und das CIA World Factbook leistet zu ihrer Verbesserung keinen Beitrag. Dies belegt auch folgendes Zitat:
Note: the numbers for GDP and other economic data should not be chained together from successive volumes of the Factbook because of changes in the US dollar measuring rod, revisions of data by statistical agencies, use of new or different sources of information, and changes in national statistical methods and practices.
CIA World Factbook: Zahlungsbilanz
Die Unausgewogenheit der weltweiten wirtschaftlichen Aktivitäten wird am deutlichsten bei einem Blick auf die Zahlungsbilanz. Aus dem selben Stand des CIA World Factbook, Schätzungen für 2008:
1 China ($ 368,200,000,000)
2 Germany ($ 267,100,000,000)
3 Japan ($ 187,800,000,000)
4 Saudi Arabia ($ 151,000,000,000)
5 Russia ($ 97,600,000,000)
6 Norway ($ 84,350,000,000)
7 Kuwait ($ 65,210,000,000)
8 European Union ($ 51,400,000,000)
9 Venezuela ($ 48,440,000,000)
10 Netherlands ($ 47,000,000,000)
...
191 United States ($ -568,800,000,000)
Dieses Zahlungsbilanzdefinzit von knapp 5% des Bruttoinlandsprodukts der USA muss finanziert werden.
CIA Wold Factbook: Kreditvergabe der Banken
Die mangelnde Transparenz der Herkunft und genauen Berechnung der Daten im CIA World Factbook ist nicht besonders hilfreich. Auch die Konsistenz beeindruckt nicht. So listet beispielsweise die Rangfolge der Kreditvergabe per Ende 2007/Frühjahr 2008 (Obacht, verlinkte Seite wird akuell gehalten) auszugsweise folgende Einträge:
1: European Union ($ 20,940,000,000,000)
2: United States ($ 14,150,000,000,000)
4: France ($ 5,739,000,000,000)
6: United Kingdom ($ 5,278,000,000,000)
7: Germany ($ 5,081,000,000,000)
8: Spain ($ 3,724,000,000,000)
9: Italy ($ 3,084,000,000,000)
11: Netherlands ($ 1,876,000,000,000)
Diese Summen sollen die Kreditvergabe der Banken der jeweiligen Staaten an nicht-Banken wiedergeben:
This entry is the total quantity of credit, denominated in the domestic currency, provided by banks to nonbanking institutions.
5,7 + 5,3 + 5,1 + 3,7 + 3,1 + 1,9 = 24,8. Entweder die CIA versteht den Unterschied zwischen der Europäischen Union und der Eurozone nicht (Großbritannien ist Mitglied der Europäischen Union, nicht aber der Eurozone mit dem Euro als Gemeinschaftswährung) oder die Zahlen sind unzutreffend. Wie auch immer, Vorsicht scheint geboten.
Erstaunlich ist jedenfalls die vergleichsweise geringe Kreditvergabe der US-Banken. Aber auch hier ist Vergleichbarkeit nicht unbedingt gegeben.
Hypothekendarlehen und die Beleihung der nicht bezahlten Immobilie aufgrund ihrer "Wertsteigerung"
Für das Bruttoinlandsprodukt der EU gibt dieselbe Ausgabe des World Factbook umgerechnet geschätzt 18,85 Billionen US-Dollar für 2008 an, für die USA 14,33 Billionen US-Dollar. Damit läge die Kreditvergabe der EU-Banken an nicht-Banken im Jahr 2007 in der EU bei 111% des geschätzten 2008er Bruttoinlandsprodukts, in den USA bei 99%.
Hypothekendarlehen scheinen zumindest für die USA in diesen Zahlen nicht enthalten zu sein. Im Zusammenhang mit der Verstaatlichung der ohnehin staatlich subventionierten (Government Sponsored Enterprises) Hypothekenfinanzierer Fannie Mae und Freddie Mac schreibt die Frankfurter Allgemeine am 8. September 2008:
Zusammen haben sie Darlehen über rund 5,3 Billionen Dollar in ihren Büchern stehen. Das ist fast die Hälfte sämtlicher Hypothekenkredite in den Vereinigten Staaten.
Bei einem Hypothekenvolumen von 11 Billionen US-Dollar erscheint es nicht plausibel dass diese in den 14,2 Billionen US-Dollar enthalten sein sollen.
Fannie Mae und Freddie Mac arbeiten übrigens wie Banken mit Hebeln bei der Kreditvergabe, müssen aber durch Sonderregelungen hierfür wesentlich weniger Eigenkapital vorhalten als Banken. In Deutschland hingegen ist das Bausparen recht populär; es basiert darauf nur Geld auszuzahlen das auch bereits eingezahlt wurde und stellt daher eine für sich genommen ungehebelte Mittelvergabe dar.
Wie steht es mit den Beträgen, mit denen US-Amerikaner die Preissteigerungen ihrer nicht abbezahlten Häuser beliehen haben? Der Stern schreibt am 29. März 2008:
Häuslebauer liehen sich aberwitzige 1200 Milliarden Dollar auf die vermutete Wertsteigerung ihrer vier Wände und zückten zusätzlich bei jeder Gelegenheit die Kreditkarte.
Ist dieser Betrag in der Zahl aus dem Factbook enthalten?
US-Kreditkarten sind wirklich Kreditkarten
Wie steht es mit den Kreditkartenschulden der US-Amerikaner? In den USA muss man, anders als in Deutschland, seine Kreditkarten-Rechnung am Ende des Monats nicht bezahlen, sondern nur die Zinsen (daher die Bezeichnung Kreditkarte). Die eigentliche Bonitätsprüfung und Kreditvergabe fürhren die ausgebenden Unternehmen durch. In Deutschland sind dies meist Geschäftsbanken, in den USA eher nicht. Über welchen Betrag sprechen wir? n-tv.de am 9. November 2007:
Laut aktuellen Schätzungen sitzen die amerikanischen Verbraucher zur Zeit auf 915 Mrd. US- Dollar Kreditkarten-Schulden. Auf jedem Haushalt lastet damit eine Schuld von etwa 12.000 US-Dollar, von denen in den meisten Fällen nur der Zins abbezahlt wird - wenn überhaupt.
Es darf bezweifelt werden ob dieses Kreditvolumen in den Zahlen des CIA World Factbook enthalten ist, da beispielsweise das Kreditkarten-Unternehmen American Express vermutlich nicht als Bank zählt.
Schattenbanken-System / Nichtbank-Finanzsystem / Currency Carry Trades
Die großen Finanzinstitutionen der Wall Street gelten streng genommen nicht als Banken. Ob ihre vergebenen Kredite im CIA World Factbook als "Bankenkredit" gelistet sind ist nicht sicher. Das von ihnen mitgegründete Schattenbanken-System ist es ganz sicher nicht. Der damalige Präsident der New Yorker US-Zentralbank Federal Reserve und heutige US-Finanzminister Timothy Geithner bezifferte die Volumina im "Nichtbank-Finanzsystem" auf im engeren Sinne 2,2 Billionen US-Dollar.
Die intensive Nutzung von Currency Carry Trades schließlich, bei denen Kredite in einer Währung vorrangig wegen ihres niedrigen Zinssatzes aufgenommen werden, um sie in eine andere Währung umzutauschen und so (unter erheblichen Risiken) außerhalb des Niedrigzins-Wirtschaftsraumes in den Genuss der günstigen Zinsen zu kommen, lässt die Fakten weiter verschwimmen.
Fazit
Per Nennbetrag sind die USA heute die am höchsten verschuldete Nation und waren es auch per Ende 2007.
Ob diese Verschuldung in angemessenem Verhältnis zur wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit steht ist sehr schwer zu beurteilen. Auf den ersten Blick scheint es so. Das im internationalen Vergleich geschönte US-Bruttoinlandsprodukt, das zudem zum großen Teil auf im Ausland erwrtschafteten Gewinnen der häufig international tätigen Unternehmen beruht, stimmt ebenso nachdenklich wie das Handelsbilanzdefizit. Hinzu kommen die überschuldeten US-Verbraucher, die durch ihren bisherigen Konsum 70% des Bruttoinlandsprodukts der USA getragen haben. Die Finanzierung der Kriege sowie der Sozialleistungen außerhalb des Staatshaushalts erschweren jeden Vergleich zusätzlich. Der kreative Umgang mit Finanzmarktprodukten dämpft die Aussagekraft der Zahlen des Bankensektors.
Dem Zahlenwerk im CIA World Factbook sollte mit einer gewissen Skepsis begegnet werden. Obwohl dort beispielsweise eigene Kaufkraftberechnungen durchgeführt werden berücksichtigt es nationale Besonderheiten anscheinend kaum.
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Macht's gut, und danke für den Kredit!
Die USA sind nominell die größte Volkswirtschaft der Welt, auch wenn die Zahlen zum US-Brottoinlandprodukt offensiv nach oben getrieben werden. Für 72% des US-Bruttoinlandpodukts zeichnet der private Konsum verantwortlich. Die dahinter liegende Kaufkra
Die USA sind nominell die größte Volkswirtschaft der Welt, auch wenn die Zahlen zum US-Brottoinlandprodukt offensiv nach oben getrieben werden. Für 72% des US-Bruttoinlandpodukts zeichnet der private Konsum verantwortlich. Die dahinter liegende Kaufkra
Weblog: denkfaul.de
Aufgenommen: Sep 03, 00:35
Aufgenommen: Sep 03, 00:35


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