"Kreditversicherer leiden unter der Krise", schreibt das Handelsblatt:
Die Wirtschaftskrise und die wachsende Zahl von Pleiten in Deutschland treiben die privaten Kreditversicherer voraussichtlich in die roten Zahlen. Die Branche erwarte in diesem Jahr einen versicherungstechnischen Verlust von rund 300 Millionen Euro. [...] Weil Unternehmen immer häufiger zahlungsunfähig würden, müsse die Assekuranz 2009 rund 50 Prozent mehr Schäden in der Kredit-, der Kautions- und der Vertrauensschadenversicherung decken.
Ich wäre überrascht wenn diese leider intransparente Schätzung zutreffen sollte. Sie wird wohl eher übertroffen werden.
Der Lenkungsausschuss des Deutschlandfonds hatte sich darauf geeinigt, dass der Bund bei den für Industrie wichtigen Warenkreditversicherungen künftig jenen Teil des Ausfallrisikos übernimmt, den die Versicherer nicht mehr tragen will. [...] Die Versicherer selbst bräuchten aber keinen "Rettungsschirm", bekräftigte der GDV.
Natürlich benötigen die Versicherer keinen Rettungsschirm wenn der Staat alle Absicherungen übernimmt die den Versicherern zu riskant sind.
Im Handelsblatt findet sich auch der Artikel "Krise belastet Sozialstaat":
Als Folge der Konjunkturkrise werden immer größere Teile der Wirtschaftsleistung in die staatlichen Sozialbudgets gelenkt. Im kommenden Jahr wird die Quote der Sozialleistungen, gemessen am Bruttoinlandsprodukt, einen Höchstwert von 32,4 Prozent erreichen. Nach einer Phase stetiger Rückgänge würde die Quote damit den alten Rekord von 2003 knapp übertreffen. Die Summe der Sozialausgaben steigt nach den Schätzungen bis 2010 von 721 Mrd. Euro im vergangenen Jahr über 754 Mrd. Euro im Jahr 2009 auf dann 776 Mrd. Euro. Das wäre ein Zuwachs von 55 Mrd. Euro oder fast acht Prozent in zwei Jahren, während die Wirtschaftsleistung über die beiden Jahre gerechnet um knapp vier Prozent schrumpft.
Da die derzeitige wirtschaftliche Entwicklung Anzeichen dafür aufweist, die Große Depression der 1930er-Jahre zu übertreffen, wird es wohl auch nicht bei diesen Summen bleiben.
Versicherungen machen nur Sinn wenn der Schadensfall selten eintritt. Ansonsten sind sie ineffektiv.
Die sozialstaatlichen Regelungen in Deutschland sind eine großartige Errungenschaft. Die Umverteilungsmechanismen mussten sich aber noch nie einer längeren Belastungsprobe unterziehen. Es ist inzwischen fast Konsens dass jenseits des Höhepunkts der Krise kein steiler realwirtschaftlicher Aufschwung stattfinden kann; vielmehr wird es auf Jahre hinaus kurze Wachstums- und Schrumpfungsprozesse auf niedrigem Niveau geben (sofern kraftvolle externe Ereignisse ausbleiben).
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